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24.11.2011
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Deutsche Bank
Breuer-Prozess stottert

Aus München berichtet Cornelia Knust

Mühsamer Start: Rolf Breuer und sein Anwalt Sven Thomas
REUTERS

Mühsamer Start: Rolf Breuer und sein Anwalt Sven Thomas

Es sollte ein steiler Prozessauftakt wegen Prozessbetrug werden. Aber bisher ist nur die Anklage gegen den Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Ernst Breuer verlesen worden und das auch erst am Nachmittag. Die Verteidiger stellen immer neue Anträge. 

München - Das Spiel war fast das Gleiche wie im August. Rolf Ernst Breuer, 74, einst Chef der Deutschen Bank Chart zeigen, heute Pensionär, betrat mit zusammengekniffenen Lippen den Gerichtsaal, stellte sich hinter die Anklagebank und ließ sich zehn Minuten lang fotografieren: Die Haltung ruhig, der Gesichtausdruck resigniert bis arrogant, hin und wieder ein Lächeln. Und dann - genau wie vor drei Monaten - war alles gleich wieder vorbei.

Denn da eilte ein Mann mit Fliege, aber ohne Robe in den Saal B275 des Landgerichts München und verkündete, es gebe einen Ablehnungsantrag der Verteidigung gegen einen Richter, jetzt seien Stellungnahmen abzugeben, die Hauptverhandlung könne vorerst nicht eröffnet werden. Es ging um ihn selbst, Anton Winkler, lange Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, heute Richter im Strafverfahren gegen Breuer wegen Betrugs. Winkler, der Mann mit der Fliege, befangen, warum? Man erfuhr es zunächst nicht.

Beim ersten Versuch für dieses Verfahren im August hatte Winkler immerhin noch die Personalien aufgenommen, bis Breuers Anwalt Sven Thomas ihn auf einen Fehler des Gerichts aufmerksam machte: Die Namen der Richter seien der Verteidigung nicht wie vorgeschrieben eine Woche im Voraus mitgeteilt worden. Damit war der Prozess geplatzt; wegen der Urlaubszeit konnten nicht genügend Richter und Schöffen herbeigeschafft werden, um ihn zeitnah fortzusetzen. Es bedurfte eines Neustarts.

Nun drohte auch der zweite Versuch zu scheitern. Allerdings lehnte das Gericht den Befangenheitsantrag nach stundenlangen Beratungen ab. Am späten Nachmittag konnte die Staatsanwaltschaft immerhin die Anklage verlesen. Aber schon kam der nächste Protest der Anwälte: zu wenig Richter und Schöffen angesichts der Komplexität des Verfahrens. Das Gericht entschied: Vertagung auf den 2. Dezember. Man darf gespannt sein, ob die Verzögerungstaktik der Verteidigung dann weitergeht.

Dabei war der Breuer-Prozess mit Spannung erwartet worden. Gerade hatte er neue Brisanz erhalten durch die jüngsten Ermittlungen gegen den jetzigen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und weitere Verdächtige, bei denen sogar Büros von Vorstand und Aufsichtsrat durchsucht wurden. Unmittelbar im Anschluss an diese Durchsuchungen hatte Ackermann mitgeteilt, er werde nächstes Jahr doch nicht an die Spitze des Aufsichtsrats der Deutschen Bank wechseln. Auch Ackermann steht im Verdacht, im Frühjahr 2011 vor Gericht nicht die Wahrheit darüber gesagt zu haben, was rund um die Kirch-Pleite im Vorstand der Deutschen Bank besprochen worden ist.

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