Samstag, 17. November 2018

Höhere Kapitalquote Deutsche Bank prüft Verkauf der Vermögensverwaltung

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Die Fondsgesellschaft DWS will das Geldinstitut behalten

Um die höheren Eigenkapitalforderungen zu erfüllen, sucht die Deutsche Bank derzeit nach Möglichkeiten, ihre Kosten zu senken. Fündig wurde das Geldhaus beim langjährigen Sorgenkind, der Vermögensverwaltung. Der gesamte Bereich soll nun auf den Prüfstand gestellt werden - mit einer Ausnahme.

Frankfurt am Main - Der Unternehmensbereich Asset Management werde weltweit auf den Prüfstand gestellt, kündigte die Deutsche Bank an. "Unser Ziel ist es, die beste strategische Option zu finden, um die Leistung und das Potenzial zu maximieren", erklärte der zuständige Manager Kevin Parker, der angesichts der dünnen Erträge der Sparte selbst seit längerem unter Druck steht.

Die auf Privatanleger zielende Fondsgesellschaft DWS mit ihren Geschäften in Europa und Asien nahm die Bank dabei ausdrücklich aus. Zum Asset Management gehören aber auch die Fondssparte RREEF, die Vermögensverwaltung für Versicherungen (Deutsche Insurance Asset Management) sowie für sonstige institutionelle Kunden (DB Advisors). Insgesamt verwaltet der Unternehmensbereich ein Vermögen von über 500 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal hatte die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen im Asset Management - getrieben von der florierenden DWS - einen Vorsteuergewinn von 117 Millionen Euro geschrieben. Das war zwar mehr als im Vorjahreszeitraum, doch über die vergangenen Jahre steuerte die Sparte konstant nur einen Bruchteil zum Konzerngewinn bei, gerade im Vergleich zum Investmentbanking.

Kein Strategiewechsel

In Anbetracht der strengeren regulatorischen Anforderungen sucht der Vorstand nun im gesamten Haus nach Möglichkeiten, Kosten zu senken. Verschiedene Stellenabbauprogramme laufen bereits. Zwar ist die Vermögensverwaltung nicht so kapitalintensiv. Aber Verkäufe von unrentablen Segmenten könnten trotzdem Entlastung bringen: Sie würden frische Mittel in die Kasse spülen.

Welche Möglichkeiten die Deutsche Bank im Asset Management konkret auslotet, dazu hielt sie sich bedeckt. "Alle strategischen Optionen" kämen in Betracht, hieß es lediglich. Von einem Strategiewechsel will das Haus aber nicht reden, wie ein Insider betonte. Zudem ist die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden von der Ansage nicht betroffen. Diesen Bereich hatte die Deutsche Bank mit der Übernahme von Sal. Oppenheim vor zwei Jahren gerade erst ausgebaut.

Finanzkreisen zufolge ist die Überprüfung des Asset Managements ein Beschluss des gesamten Vorstands. Allerdings erwarten Experten, dass das designierte neue Führungsduo - Chef-Investmentbanker Anshu Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen - schon bald eigene Akzente setzen wird. Die beiden Manager sollen spätestens im Mai Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an der Konzernspitze ablösen. Er hatte in den vergangenen Jahren maßgeblich dafür gesorgt, dass das Institut seine starke Abhängigkeit vom Investmentbanking reduziert.

mg/rtr

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