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23.05.2011
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Kapitalerhöhung
Commerzbank verschleudert neue Aktien

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Die neuen Aktien werden zu einem Preis von 2,18 Euro ausgegeben
dapd

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Die neuen Aktien werden zu einem Preis von 2,18 Euro ausgegeben

Nach dem Kursrutsch der vergangenen Wochen gibt die Commerzbank beim zweiten Teil ihrer Kapitalerhöhung die neuen Papiere mit einem Abschlag von 45 Prozent auf den Markt. Das könnte für Altaktionäre schmerzhafte Einbußen bedeuten, da der Kurs damit weiter unter Druck gerät.

Frankfurt am Main - Die neuen Papiere, die der Commerzbank weitere 5,3 Milliarden Euro für die Rückzahlung der Stillen Einlage des Staates bringen sollen, werden zu einem Preis von 2,18 Euro ausgegeben, teilte das teilverstaatlichte Institut mit. Damit liegt der Ausgabepreis rund 45 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag (3,95 Euro) - vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung Anfang April hatte die Aktie noch mehr als fünf Euro gekostet.

Mit dem Erlös will sich die deutsche Nummer zwei von einem Großteil der in der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen trennen. Bis Mitte Juni sollen 14,3 Milliarden Euro der 16,2 Milliarden Euro schweren Stillen Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin zurückgezahlt werden. Davon kommen elf Milliarden Euro aus den zwei Teilen der Kapitalerhöhung. Rund 8,25 Milliarden Euro holt sich die Commerzbank dabei von institutionellen und privaten Anlegern.

Der Staat selbst trägt die Kapitalerhöhung voll mit und steuert weitere insgesamt 2,75 Milliarden Euro bei, um seine Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie zu behalten und dadurch weiter hohen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank zu haben.

Im ersten Teil der Kapitalerhöhung hatte die Bank im April bereits 4,3 Milliarden Euro am Markt erhalten. Das war mehr als zunächst geplant. Dass das Institut auch beim nun anstehenden zweiten Schritt den erstrebten Erlös bekommt, ist gesichert. Das garantieren die begleitenden Banken, zu denen etwa auch mit der Deutschen Bank Chart zeigen der Erzrivale der Commerzbank Chart zeigen gehört.

Erhebliche Verwässerung für Altaktionäre

Die Rückzahlung der Stillen Einlage soll auch zu einem Teil von 3,3 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln der Bank gestemmt werden. Bis spätestens 2014 sollen die als Einlage erhaltenen Steuergelder komplett getilgt sein. Wie lang der Bund an seiner direkten Beteiligung als Großaktionäre festhalten will, ist noch unklar.

Von diesem Dienstag (24. Mai) bis zum 6. Juni läuft die Zeichnungsfrist für die neuen Aktien. Diese sollen dann am 7. Juni erstmals an der Börse mitgehandelt werden. Insgesamt kommen gut 2,4 Milliarden neue Papiere auf den Markt. Altaktionäre haben das Recht, für 11 bisherige Scheine 10 neue zu ordern.

Für die bisherigen Anteilseigener ist das die entscheidende Nachricht. Sie müssen damit erneut kräftig Federn lassen. Ziehen sie bei der Kapitalerhöhung nicht mit, müssen sie eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile in Kauf nehmen. Die Alteigner sind ohnehin leidgeprüft. Die Commerzbank-Aktie hat seit dem Anfang der Finanzkrise 2007 rund 90 Prozent an Wert verloren.

Dass die Kapitalerhöhung aus zwei Schritten besteht, liegt daran, dass die Bank nach der Ankündigung des gesamten komplizierten Rückzahlungspakets Anfang April schnell Fakten schaffen und so die Märkte beruhigen wollte. Deshalb zog sie einen Teil schon durch, bevor die Hauptversammlung Anfang Mai zustimmte. Das geschah durch die Platzierung von Pflichtumtauschanleihen, die nach der Genehmigung durch die Aktionäre Anfang Mai in Aktien umgewandelt wurden.

Diese Sonderregelung ist im Finanzmarktstabilisierungsgesetz, das zur Rettung der Banken während der Finanzkrise eingeführt wurde, ausdrücklich so erlaubt, um die mit Kapitalerhöhungen einhergehende Unruhe etwas begrenzen zu können.

mg/dpa-afx

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