Freitag, 9. Dezember 2016

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Nachfolger von Gunter Dunkel Neuer Chef für die NordLB steht fest

Neuer Chef für die NordLB: Thomas Bürkle (im Bild) folgt auf Gunter Dunkel

Risikovorstand Thomas Bürkle soll zum Jahreswechsel Gunter Dunkel an der Spitze der Norddeutschen Landesbank (NordLB) beerben. Eine Sprecherin des niedersächsischen Finanzministeriums bestätigte am Donnerstag, dass die Träger den 63-Jährigen als neuen Vorstandschef vorschlagen wollten. manager magazin hatte bereits im Februar berichtet, dass Bürkle zu den Favoriten auf die Nachfolge von Dunkel zählt.

Formal fällt die Entscheidung im Aufsichtsrat am 6. April, einen Tag bevor die NordLB ihre Bilanz für 2015 vorstellt. Der Abschied des gleichaltrigen Dunkel, der zum Jahresende in den Ruhestand gehen will, steht seit längerem fest.

Der gebürtige Freiburger Bürkle sitzt seit Anfang 2014 im Vorstand der drittgrößten deutschen Landesbank. Vorher hatte er die Tochter Deutsche Hyp und die ehemalige NordLB-Beteiligung in Kopenhagen, DNB Nord, geführt.

Abschied: Gunter Dunkel
Das Land Niedersachsen ist mit 59 Prozent der Anteile der dominierende Eigentümer der Landesbank. Der Sparkassenverband Niedersachsen hält gut 26 Prozent an der Bank, kleinere Pakete liegen bei den Sparkassenverbänden aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Das "Handelsblatt" berichtete am Donnerstag, der für das Kapitalmarktgeschäft zuständige Vorstand Hinrich Holm solle zum stellvertretenden Vorstandschef berufen werden.

Der Posten war vakant, seit Jörg-Johannes Riegler als Vorstandschef zur BayernLB gewechselt war. Holm ist mit 50 Jahren deutlich jünger als Bürkle. Er war auch als Dunkel-Nachfolger gehandelt worden. Das Ministerium äußerte sich dazu nicht.

Belastungen durch faule Schiffskredite

Bürkle war in jungen Jahren ein ambitionierter Schwimmer - ein breites Kreuz erinnert daran. Er hat Volkswirtschaftslehre in Berlin studiert und hat dort noch eine Zweitwohnung. In seiner Karriere ist er viel herumgekommen: unter anderem nach Thailand, Tschechien, Litauen, in die USA und Dänemark. Nach Rieglers Abgang nach München folgte er ihm als Risikovorstand der NordLB. "Er hat null Allüren", sagt ein Weggefährte.

Einer der wichtigsten Aufgaben für den neuen NordLB-Chef wird die Stärkung des Kapitalpuffers trotz großer Belastungen durch faule Schiffskredite. "Eine höhere Kapitalisierung wäre förderlich, außerdem muss die Bank ihr Risikoprofil verbessern", sagt Alexander Hendricks, der bei der Ratingagentur Moody's das Team für Bankenratings in Deutschland, der Schweiz und Österreich leitet.

Auf Bürkle zukommen könnte eine Debatte über die Tochter Bremer Landesbank, an der die Hannoveraner 55 Prozent halten. Insider gehen davon aus, dass die Bremer Bank, die noch stärker unter der Schiffskrise leidet, irgendwann ganz in der NordLB aufgehen wird. Das hätte positive Effekte für den Kapitalpuffer der Bank, sagt Hendricks. Ein vollständige Verschmelzung ist nach Angaben der Bremer Finanzsenatorin aber derzeit nicht geplant.

la/reuters

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