Siena - Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena kommt nicht zur Ruhe. Wie am Donnerstag aus Ermittlerkreisen verlautete, nahm die Polizei den früheren Chef der Finanzabteilung der Bank, Gianluca Baldassarri, fest. Dessen Abteilung steht im Zentrum der Betrugsermittlungen beim drittgrößten Geldhaus des Landes.
Baldassarri hat Monte dei Paschi allerdings schon vor einiger Zeit verlassen. Nun habe Fluchtgefahr bestanden, sagte eine der mit den Ermittlungen vertrauten Person. Baldessarri ist der erste Manager, der in der Sache festgenommen wurde. Gegen mindestens vier weitere wird ebenfalls ermittelt.
Monte dei Paschi ist durch verlustträchtige Derivate- und andere Handelsgeschäfte in Bedrängnis geraten. Nach offiziellen Angaben summieren sich die Fehlbeträge aus drei problematischen Derivategeschäften inzwischen auf 730 Millionen Euro. Das Geldhaus ist deshalb auf neue Staatshilfen von 3,9 Milliarden Euro angewiesen und damit zu einem prominenten Wahlkampfthema geworden.
Die drei Deals, die jetzt unter die Lupe genommen werden, stammen aus den Jahren 2006 bis 2009. Daran beteiligt waren auch die US-Bank JP Morgan
, die Deutsche Bank
und das japanische Geldhaus Nomura
.
mg/rtr
© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH