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13.02.2012
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Niederlage gegen Sal. Oppenheim

Middelhoffs Millionen bleiben eingefroren

Zoff mit alten Freunden: Ex-Topmanager Thomas Middelhoff liegt mit der Kölner Bank Sal. Oppenheim im Clinch
DPA

Zoff mit alten Freunden: Ex-Topmanager Thomas Middelhoff liegt mit der Kölner Bank Sal. Oppenheim im Clinch

Der frühere Topmanager Thomas Middelhoff kommt weiterhin nicht an seine Festgeldbestände bei der Bank Sal. Oppenheim in Höhe von 23 Millionen Euro heran. Ein Gericht sah keine existenzielle Notlage des früheren Arcandor-Chefs gegeben. Der Streit mit dem Geldhaus dauert an.

Köln - Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat im Streit mit der Sal. Oppenheim-Bank um eingefrorene Millionensummen eine Niederlage erlitten. Das Kölner Oberlandesgericht wies eine Beschwerde des 58-Jährigen ab, der über eine einstweilige Verfügung 23 Millionen Euro Festgeld freiklagen wollte.

Eine OLG-Sprecherin bestätigte am Montag einen Bericht des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL. Die Beschwerde sei abgewiesen worden, weil Middelhoff nicht habe glaubhaft machen können, dass für ihn durch das Einfrieren dieses Vermögens eine existenzielle Notlage bestehe.

Sal. Oppenheim hatte dem früheren Arcandor-Vorstandschef hohe Millionenkredite gewährt - und später dessen Festgeld per Pfandrecht eingefroren. Arcandor Chart zeigen musste 2009 Insolvenz anmelden.

Das Kölner Geldhaus war 2010 nach Milliardenverlusten und Fehlspekulationen an die Deutschen Bank Chart zeigen verkauft worden. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller sagte der Nachrichtenagentur dpa, sein Mandant habe in dem einstweiligen Verfügungsverfahren 23 Millionen Euro Festgeld und rund 970.000 Euro in Wertpapieren freiklagen wollen.

Beim Hauptsacheverfahren gegen Sal. Oppenheim sei er aber "uneingeschränkt sicher, dass wir vollumfänglich gewinnen", meinte Holtermüller. Sein Mandant fordere von der einst größten europäischen Privatbank rund 100 Millionen Euro zurück. Derzeit hat der frühere Arcandor-Manager bei Sal. Oppenheim Kredite über mehr als 100 Millionen Euro laufen. "Die Kredite werden weiter bedient, obwohl wir glauben, dass es sich um unwirksame Forderungen handelt".

Middelhoff setzt auf außergerichtliche Einigung

Sein Mandant sei "in krimineller Art und Weise" betrogen und getäuscht worden. Man habe ihm mehrere Fonds zur Zeichnung empfohlen, die als Kapitalanlagen völlig ungeeignet gewesen seien, sagte Holtermüller.

Die Klageschrift gegen die Bank und Gesellschaften des Troisdorfer Immobilienentwicklers Josef Esch sei bereits fertig, aber: Middelhoff hoffe auf eine einvernehmliche Regelung, um einen langwierigen Prozess zu vermeiden. Derzeit laufen dem Anwalt zufolge Gespräche mit Sal. Oppenheim. Sollten diese bis Ende März erfolglos sein, werde der Ex-Chef des Arcandor-Konzerns klagen.

Gegen Middelhoff laufen derzeit zwei Schadenersatzklagen. Er war 2005 Vorstandschef des angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzerns geworden, hatte umgebaut und den gesamten Immobilienbestand verkauft. Trotz Übernahme großer Aktienbestände durch Sal. Oppenheim musste Arcandor 2009 Insolvenz anmelden. Insolvenzverwalter Hubert Görg fordert 175 Millionen Euro Schadenersatz von Middelhoff und früheren Vorstandskollegen. Außerdem geht es in einem weiteren Verfahren um angeblich ungerechtfertigte Boni, Spesen und Abfindungszahlungen.

Gegen die frühere Führung von Sal. Oppenheim ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft seit rund zwei Jahren. Wegen Untreue in einem besonders schweren Fall war im Dezember 2011 Anklage gegen die einstigen Topmanager erhoben worden. Es geht dabei um zwei Immobiliengeschäfte in Köln. Die Anklage ist aber laut Behörde ausdrücklich nur ein Teilkomplex in den umfangreichen Ermittlungen.

nis/dpa

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