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10.02.2012
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Kapitallücken

Banken wollen Kapitalpläne übererfüllen

Bankenviertel Frankfurt: Auch anderswo in Europa scheinen die Geldinstitute die künftig erhöhten Eigenkapitalanforderungen erfüllen zu können
DPA

Bankenviertel Frankfurt: Auch anderswo in Europa scheinen die Geldinstitute die künftig erhöhten Eigenkapitalanforderungen erfüllen zu können

Die Banken in Europa sind mit den Plänen zur Aufstockung ihrer Kapitaldecke auf einem guten Weg, offenbar schaffen sie sogar zusätzliche Puffer. Das bescheinigen ihnen die zuständigen Aufseher. Eine Kreditklemme für die Wirtschaft befürchten die Aufseher nicht.

Frankfurt am Main - Die europäischen Banken sind mit ihren Plänen für eine bessere Kapitalausstattung nach Ansicht der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) auf dem richtigen Weg. Die von den Banken vorgelegten Maßnahmen führten in der Summe sogar zu einem Kapitalüberschuss von 26 Prozent gemessen an der Vorgabe einer harten Kernkapitalquote von 9 Prozent, teilte die Aufsichtsbehörde am Donnerstagabend in London mit.

Der Überhang von mehr als einem Viertel schaffe etwas Bewegungsfreiheit für den Fall, dass die eine oder andere vorgesehene Maßnahme nicht in der gewünschten Form greife, heißt es in der Mitteilung der EBA.

In dem von den Banken vorgeschlagenen Paket handele es sich zu mehr als drei Viertel um direkte Maßnahmen wie etwa Kapitalerhöhungen oder Umwandlung von Hybridkapital. Sie stünden für den Ausgleich von 96 Prozent der Kapitallücke in Höhe von 115 Milliarden Euro.

Die Fähigkeit der Banken, der Wirtschaft Geld zu leihen, werde durch die Eigenkapitalaßnahmen nicht nennenswert beeinträchtigt. Auf einzelne Institute ging die EBA in diesem Stadium des Prozesses nicht ein.

WestLB und zwei weitere Banken sind raus

Die deutsche Bankenaufsicht Bafin hatte zuvor schon den deutschen Banken bescheinigt, sie könnten ihre Kapitalpuffer für Krisenzeiten aus eigener Kraft stärken. "Aus den Plänen, die uns die Institute vorgelegt haben, geht hervor, dass es ihnen gelingen sollte, die von der EBA empfohlene Kapitalisierung aus eigener Kraft zu erreichen", sagte die seit Januar amtierende Präsidentin der Finanzaufsicht, Elke König, am Donnerstagabend in Frankfurt.

Die nationalen Aufsichtsbehörden werden nun gemeinsam mit der EBA die vorgelegten Pläne auf ihre Realisierbarkeit tiefer prüfen. Dies werde den ganzen Februar und darüber hinaus in Anspruch nehmen, hieß es. Beispielsweise gehe es darum zu prüfen, wie realistisch Einnahmeschätzungen der Banken sind.

Die EBA fordert von Europas Banken bis Ende Juni 2012 eine harte Kernkapitalquote von 9,0 Prozent. Beim jüngsten Stresstest im Dezember machten die Aufseher bei sechs deutschen Instituten eine Kapitallücke von insgesamt 13,1 Milliarden Euro aus. Die größte Lücke klafft dabei bei der Commerzbank Chart zeigen. Den europäischen Großbanken fehlen insgesamt 115 Milliarden Euro.

Diese Lücke ist auf 78 Milliarden Euro geschrumpft. Denn drei Institute - die vor der Abwicklung stehende WestLB, die belgische Dexia und die österreichische Volksbanken-Holding ÖVAG - stecken ohnehin in einem massiven Umbau. Diese Banken hätten umfangreiche Umstrukturierungskonzepte vorgelegt, die von der EBA anerkannt worden seien. Für sie wurde das Neun-Prozent-Kriterium nicht angelegt.

rei/dpa/reuters

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