Hamburg - Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen die Deutsche Bank
. Bei einem Wertpapiergeschäft hatte die Bank offenbar dem Hedgefonds des Spekulanten John Paulson die Möglichkeit eingeräumt, schrottige Hypothekenpapiere auszusuchen, gegen die er dann wetten konnte - ohne dass es die anderen Investoren wussten.
Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Sonntag vorab. Wegen eines ähnlichen Geschäfts die US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs einen Vergleich mit der SEC geschlossen - und dabei mehr als eine halbe Milliarde Dollar gezahlt.
"Die Deutsche Bank hat wie viele andere Banken von verschiedenen Behörden Auskunftsersuchen zu ihrem Geschäft mit Wohnungsbaukrediten erhalten. Die Bank kooperiert voll hinsichtlich der Anfragen. Die Deutsche Bank ist in diesem Zusammenhang nicht angeklagt worden", kommentiert die Deutsche Bank den Vorgang.
Das Geldinstitut rückt damit erneut in den Fokus der US-Behörden. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte ein Bericht des US-Senats die Rolle der Deutschen Bank in der Finanzkrise kritisiert. Dabei war das größte deutsche Geldhaus als "Fallbeispiel" für seine Geldgeschäfte gebrandmarkt worden, die mit zum Kollaps des Finanzsystems geführt hatte.
KfW befürwortet Klage gegen die Deutsche Bank
Nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins unterstützt die Staatsbank KfW eine Betrugsklage gegen die Deutsche Bank. Auch hier handelt es sich um Immobilien-Wertpapiergeschäfte, sogenannte CDOs, in den USA.
Die Deutsche Bank hatte in den Jahren vor der Finanzkrise in großem Stil Wertpapiere aus US-Immobilienkrediten fabriziert, die rasant an Wert verloren und in der Folge zahlreiche Investoren in existentielle Schwierigkeiten brachten. Darunter auch die Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank, die schließlich mit mehr als acht Milliarden Euro von der KfW vor dem Bankrott gerettet werden musste.
Ehemalige Zweckgesellschaften der IKB - rechtlich die Käufer der Papiere - mit dem Namen Loreley Financing hatten deshalb bereits im Oktober in den USA eine Betrugsklage gegen die Deutsche Bank eingereicht und fordern 439 Millionen Dollar Schadensersatz plus Strafzahlungen. Im Erfolgsfall würde das Geld vor allem an die KfW fließen: "Wir sind sehr an Maßnahmen interessiert, die zu einer Verringerung unserer hieraus entstandenen Verluste führen können", heißt es in einer Stellungnahme.
Deutsche-Bank-Chef wird an diesem Donnerstag (2. Februrar) die Geschäftszahlen für das Jahr 2011 vorlegen - es ist seine letzte Bilanz. Eigentlich wollte sich der 63-Jährige nach zehn Jahren an der Spitze des Instituts mit einem Rekordgewinn verabschieden. Doch das Gewinnziel von zehn Milliarden Euro vor Steuern hatte das Institut wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der Euro-Schuldenkrise bereits Anfang Oktober kassiert.
rei/dpa
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