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27.01.2012
 

Nach Beinahe-Pleite

Millionenbonus für britischen Bankchef

RBS-Zentrale in London: Großbritanniens Premier Cameron findet einen Bonus von mehr als einer Million Pfund nicht akzeptabel - daran hat sich die Bank gehalten, es sind "nur" 963.000 Pfund
Getty Images

RBS-Zentrale in London: Großbritanniens Premier Cameron findet einen Bonus von mehr als einer Million Pfund nicht akzeptabel - daran hat sich die Bank gehalten, es sind "nur" 963.000 Pfund

Empörung in Großbritannien: Der Chef der Royal Bank of Scotland bekommt für 2011 einen Bonus von knapp einer Million Euro. Die Bank konnte in der Finanzkrise nur mit Hilfe des Staats vor dem Bankrott gerettet werden. Immerhin ist der Bonus nur noch halb so hoch wie im Vorjahr.

London - Der Vorstandschef der größtenteils verstaatlichten Royal Bank of Scotland, Stephen Hester, wird in diesem Jahr einen Bonus im Wert von 963.000 Pfund (1,15 Millionen Euro) erhalten. Das gab die britische Großbank am Donnerstagabend bekannt.

Die Bonuszahlung ist höchst umstritten. Premierminister David Cameron hatte zuvor erklärt, ein Bonus von mehr als einer Million Pfund sei aus Sicht der Regierung nicht akzeptabel. Wirtschaftsminister Vince Cable kämpft für ein Gesetz, das die Beteiligung der Aktionäre an den Bonusentscheidungen der Banken stärkt.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) erklärte, Hester soll 3,6 Millionen Aktien der Bank als Bonusleistung erhalten. Das entspricht derzeit 963.000 Pfund. Im vergangenen Jahr hatte Hester einen Bonus in doppelter Höhe erhalten. Sein Grundgehalt beträgt 1,2 Millionen Pfund. Hester war am Niedergang der Royal Bank of Scotland (RBS) im Jahr 2008 nicht beteiligt. Heute befindet sich die Bank zu 83 Prozent im Staatsbesitz.

Die RBS hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, weitere 3500 Stellen zu streichen und ihre Investmentbank deutlich zu verkleinern. In den vergangenen drei Jahren verkleinerte sich der Personalbestand bei RBS um rund 50.000 Stellen auf 150.000. Die Bank hatte sich mit der Übernahme der niederländischen ABN Amro übernommen. In den Jahren 2008 bis 2010 lief ein Verlust von 29 Milliarden Pfund auf, für die der britische Steuerzahler geradestehen musste.

mg/dpa-afx

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