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18.01.2012
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Wegen Eurohypo

Moody´s droht Commerzbank mit Abstufung

Commerzbank: Die kriselnde Tochter Eurohypo soll offenbar eingegliedert werden - doch auch dieser Schritt ist nicht so einfach
dapd

Commerzbank: Die kriselnde Tochter Eurohypo soll offenbar eingegliedert werden - doch auch dieser Schritt ist nicht so einfach

Die Eurohypo ist für die Commerzbank nach Ansicht der Ratingagentur Moody's nur noch Ballast. Die Agentur sieht wegen der anhaltenden Probleme der Immobilienfinanzierungs-Tochter die Kreditwürdigkeit des Mutterkonzerns in Gefahr und droht ihm mit einer Herabstufung seiner langfristigen Bonität.

Frankfurt am Main - Nachdem die Eurohypo das Neugeschäft vorübergehend eingestellt hat, sei sie am Markt praktisch nicht mehr präsent, schreibe ständig Verluste und sei zugleich ein Spielball der Verwerfungen an den Märkten. "Das wiederum belastet das Kreditprofil und die Stabilität - und damit die Ratings - der gesamten Commerzbank", schrieb Ratingexpertin Katharina Barten in einer Studie.

Nach Reuters-Informationen zieht Commerzbank-Chef Martin Blessing bereits Konsequenzen aus der desolaten Lage der Eschborner Tochter. Von Deutschlands größtem Immobilien- und Staatsfinanzierer soll Finanz- und Koalitionskreisen zufolge nur der gesunde Kern bleiben. Dieser soll nach den Vorstellungen von Blessing in die Muttergesellschaft integriert werden. Das restliche Geschäft wird abgewickelt.

Die Commerzbank Chart zeigen hatte auch erwogen, die Eurohypo zumindest zum Teil in einer staatlichen "Bad Bank" abzuladen. In der Eurohypo liegen milliardenschwere Bestände von Staatsanleihen, die bei der Commerzbank allein ein 4,8 Milliarden Euro tiefes Kapital-Loch verursacht haben - wenn man für die Papiere den Marktwert von Ende September ansetzt.

1,5 Milliarden Euro hat die Commerzbank allein auf ihre Griechenland-Anleihen schon abgeschrieben, je nach dem Ausgang der Verhandlungen über eine Umschuldung könnten weitere Verluste folgen. Das würde es der Bank noch schwerer machen, genügend Gewinne zu erwirtschaften, um die Kapital-Lücke von insgesamt 5,3 Milliarden Euro zu schließen.

Weitere Herabstufung möglich

Moody's senkte das Finanzkraft-Rating der Commerzbank, das die eigenständige Bonität des Branchenzweiten ohne den finanziellen Rückhalt der Aktionäre misst, um eine Stufe auf "D+" von "C-" und drohte mit einer weiteren Herabstufung. Auch das Rating für nachrangige Verbindlichkeiten hat sich um eine Stufe auf "Ba1" verschlechtert.

Die Agentur warnte, auch das stärker beachtete Langfrist-Rating von "A2" der Commerzbank sei in Gefahr - vor allem, wenn sich die Euro-Schuldenkrise noch einmal verschärfe. Die Eurohypo werde längere Zeit auf Unterstützung angewiesen sein, ihr drohten weitere hohe Kreditverluste. Und die regulatorischen Veränderungen in der Bankenwelt stellten ihr ganzes Geschäftsmodell in Frage.

Für Eingliederung braucht Blessing die Zustimmung der EU

Doch eine Auslagerung ist nun offenbar kein Thema mehr. Für seinen Eingliederungs-Plan braucht Blessing aber die Unterstützung der EU-Kommission. Sie hat der Commerzbank wegen der milliardenschweren Staatshilfen eigentlich aufgegeben, die Eurohypo bis 2014 zu verkaufen. Doch ein Käufer ist nicht in Sicht.

In Kreisen der Kommission hieß es, Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia habe den Fall schon mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble besprochen. Rückt die EU von ihrer Forderung ab, muss die Commerzbank voraussichtlich mit anderen Auflagen aus Brüssel rechnen. Auch Moody's sieht die Eurohypo vor entscheidenden Monaten.

Für den Immobilienfinanzierer gehe es nun darum, ob der Neugeschäfts-Stopp im Juni wieder aufgehoben werde oder ob die Bank auf eine Abwicklung zusteuere, schreibt Analystin Barten. Die Commerzbank habe jedenfalls nur dann Chancen auf ein besseres Rating, wenn sie ihre Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts deutlich zurückfahre oder die daraus resultierenden Risiken in den Griff

la/reuters

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