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02.12.2011
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US-Hedgefonds

Gefürchtete Finanzstars räumen das Feld

Von Christine Mattauch, New York

Das Ende einer Ära: Altstars der Hedgefondsszene treten ab
AFP

Das Ende einer Ära: Altstars der Hedgefondsszene treten ab

Ob George Soros oder Carl Icahn: Eine ganze Phalanx legendärer Hedgefonds-Manager hat ihren Rückzug erklärt. Sie waren für viele der Inbegriff der erfolgreichen, aber auch ruchlosen Spekulanten. Jetzt hoffen Kritiker, dass eine neue Managergeneration übernimmt - und die Branche "demokratisiert".

New York - Aufhören, wenn es am Schönsten ist: Ray Dalio beherzigt die Regel. Kaum hatte der Chef des größten Hedgefonds der Welt, Bridgewater Associates in Westport (Connecticut), in diesem Jahr zehn Milliarden Dollar für einen neuen Fonds eingesammelt, da kündigte er seinen Rückzug als CEO an: "Ich will mal ein bisschen kürzer treten."

Dalio ist nicht der einzige Abgang in der Hedgefonds-Szene. Eine ganze Phalanx von Managern hat in den vergangenen Monaten ihren Rückzug erklärt. Unter ihnen Legenden, die die Branche jahrzehntelang geprägt haben. Für viele Anleger mag das eine schlechte Nachricht sein; die Kollegen der Ruheständler hingegen freuen sich. "Du musst dich morgens beim Aufwachen nicht mehr fragen, was Soros weiß und du mal wieder verpasst hast", sagt Keith McCullough, Gründer von Hedgeye Risk Management in New Haven (Connecticut) und Autor des Buchs "Diary of a Hedge Fund Manager".

Insbesondere George Soros' Abschied vom Markt markiert das Ende einer Ära: Der gebürtige Ungar ist für viele der Inbegriff des erfolgreichen Spekulanten. Das Fundament seines Ruhms legte er Anfang der 90er Jahre mit einer gigantischen Wette gegen das britische Pfund, die dazu beitrug, dass England aus dem europäischen Wechselkursverbund ausschied. Er profilierte sich aber auch als Philantroph und linksliberaler Politikberater.

Um einige Exzentriker ärmer

Ähnlich legendär: Carl Icahn, der bärbeißige Corporate Raider. "Wenn Du einen Freund brauchst, kauf Dir einen Hund" - der berühmte Ausspruch von Gordon Gekko in Oliver Stones Film "Wall Street" soll in Wirklichkeit von Icahn stammen. Seit mehr als drei Jahrzehnten investiert er in Firmen, die er für unterbewertet hält, und treibt durch spektakuläre Eingriffe ins Management den Aktienkurs hoch. Genauso setzte er den Hedgefonds ein, den er 2004 gegründet hatte. Jetzt zahlt er alle externen Anleger aus.

Die Szene wird um einige Exzentriker ärmer. Ray Dalio von Bridgewater etwa nennt sich "Hyperrealist" und hat ein Gesetzbuch mit mehr als 200 Regeln aufgestellt, von denen er glaubt, dass sie ein Unternehmen erfolgreich machen. Zum Beispiel feuert er Mitarbeiter, die er dreimal beim Lästern über Kollegen erwischt. Dank seines Gebots der "radikalen Transparenz" müssen sich Mitarbeiter gefallen lassen, dass sie vor anderen abgekanzelt und ihre Missgriffe in "Fehlersitzungen" diskutiert werden. Einige frühere Mitarbeiter kritisieren Bridgewater deshalb als Sekte - andere preisen das Streben nach Perfektion. Jedenfalls nutzt es offenbar dem Geschäft: Bridgewater verwaltet mehr als 100 Milliarden Dollar, und sein größter Fonds erwirtschaftete im vergangenen Jahr eine Rendite von 45 Prozent.

Auch James Harris Simons, früherer Mathematikprofessor und Gründer der New Yorker Investmentfirma Renaissance Technologies (Rentec), hat seine Eigenheiten. Über seine Anlagen verrät er nur, dass es sich um "hochliquide, öffentlich notierte Papiere" handele. Und während andere Fonds Finanzleute beschäftigen, stellt Simons Statistiker, Physiker und Astronomen ein. Der Erfolg: Rentecs Vorzeigefonds Medallion gehört zu den besten der Branche und fuhr in den vergangenen drei Jahren 48,2 Prozent Rendite ein. Doch nun zieht sich auch Simons aus dem operativen Geschäft zurück.

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