London - Die teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland ächzt unter den Belastungen für die hoch verschuldeten Länder Griechenland und Irland. Vor Steuern verbuchte das Institut im zweiten Quartal nach Angaben vom Freitag einen Verlust von 678 Millionen Pfund (780 Millionen Euro). Unter dem Strich lag das Minus sogar bei 897 Millionen Pfund. Im Vorjahr hatte die Bank
noch einen Gewinn von 1,17 Milliarden Pfund eingefahren.
Anleger reagierten entsetzt, die Aktie verlor zeitweise mehr als 20 Prozent, erholte sich danach aber wieder und tendierte bei minus 14 Prozent. Die Abschreibungen für faule Kredite stiegen auf knapp 2,3 von zwei Milliarden Pfund im ersten Quartal.
Vor einem Jahr mussten allerdings 2,5 Milliarden Pfund abgeschrieben werden. Die RBS stellte 733 Millionen Pfund für Wertminderungen bei griechischen Staatsanleihen zurück. Die Bilanz wurde zusätzlich durch 850 Millionen Pfund an Provisionszahlungen belastet, die für die Kompensation falsch beratener Kunden benötigt wird.
Operativ habe es im ersten Halbjahr 2011 einen Vorsteuergewinn von 1,9 Milliarden Pfund gegeben, im Vergleich zu 1,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Mit einer Eigenkapitalquote von 11,1 Prozent sei die Bank gesund. Die Bank hatte während der Finanzkrise vor dem Abgrund gestanden. Sie gehört zu 83 Prozent dem britischen Steuerzahler.
nis/rtr/dpa
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