Aus Berlin berichtet Kristian Klooß
Gebracht hat jedoch auch dies bislang nicht viel. In der Google-Trefferliste liegt der Verband abgeschlagen hinter dem Berufsverband Deutscher Humangenetiker (BVDH) und Kopf an Kopf mit dem Bundesverband der Hundepsychologen (BVdH).
Rauch, der seit elf Jahren für die Honorarberatung in Deutschland wirbt, begründet das zähe Vorankommen unter anderem damit, dass es bis heute keine Definition für seine Lobbygruppe gibt. Weshalb er eine einheitliche Ausbildung, ein offizielles Verzeichnis und eine geschützte Berufsbezeichnung für Honorarberater fordert.
Die Politiker haben diese Forderungen in den vergangenen Jahren zwar immer wieder in Sonntagsreden aufgegriffen, letztlich aber doch auf die lange Bank geschoben. Und das, obwohl schon der Bundesgerichtshof in mehreren Grundsatzurteilen festgestellt hat, dass die Provisionsberatung wegen des Interessenkonflikts für den Kunden nicht unbedingt ein gutes Geschäft ist.
Eine Studie des Verbraucherschutzministeriums kam darüber hinaus zu dem Schluss, dass mehr als die Hälfte aller langfristigen Geldanlagen vorzeitig abgebrochen werden - meist mit Verlust. Die jährlichen Vermögensschäden durch schlechte Finanzberatung allein in Deutschland gibt die Studie mit 20 bis 30 Milliarden Euro an. Karl Matthäus Schmidt nahm dies im Oktober 2009 gleich zum Anlass und forderte in einem offenen Brief an die Kanzlerin ein Verbot der Provisionsberatung. Vergebens.
In Großbritannien ist Provisionsberatung ab 2013 verboten
Dennoch ist sein BVDH-Vorstandskollege Rauch für die kommenden Monate positiv gestimmt. "Ich rechne damit, dass es bis zum zweiten Quartal 2012 etwas mit einer gesetzlichen Definition wird." Wobei er vor allem auf die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner verweist, die sich zuletzt mehrfach positiv gegenüber der Honorarberatung geäußert hat - und die derzeit auch wieder Gespräche mit dem BVDH führt.
Ebenfalls positiv stimmt Rauch der Blick ins Ausland. Während in Deutschland der Anteil an der Honorarberatung bei unter einem Prozent liegt, wird er in den Vereinigten Staaten auf rund 15 Prozent geschätzt.
Auch andere Länder schreiten voran. So ist ab 2013 die Provisionsberatung in Großbritannien verboten. Die Regierungen in den Niederlanden und in Skandinavien haben ebenfalls den Weg für die Honorarberatung geebnet - dort werden keine Altersvorsorgeprodukte mehr über Provisionsmodelle verkauft. In Indien sind sogar schon vor drei Jahren Ausgabeaufschläge und Provisionen gesetzlich verboten worden. "Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, dass so ein Land da schon weiter ist als wir", sagt Rauch.
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