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15.04.2011
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WestLB-Einigung

Die Verschwundbank-Lösung

Von Wilfried Eckl-Dorna

Container-Lösung: Die WestLB-Eigentümer wollen die marode Landesbank zur Verbundbank zurechtstutzen, Teile verkaufen und den Rest in ihre Bad Bank auslagern. Das dürfte teuer werden.
DPA

Container-Lösung: Die WestLB-Eigentümer wollen die marode Landesbank zur Verbundbank zurechtstutzen, Teile verkaufen und den Rest in ihre Bad Bank auslagern. Das dürfte teuer werden.

Nach monatelangem Hin und Her präsentieren die WestLB-Eigner nun endlich eine Lösung für ihr marodes Geldinstitut. Es soll zur Verbundbank schrumpfen. Was zukunftsträchtig klingt, kommt einer Abwicklung gleich - und wird noch monatelang für Streit sorgen.

Hamburg - Die Zukunft der WestLB liegt in drei Containern - und diese haben nichts mit der verschachtelten Bauweise der Landesbank-Zentrale in Düsseldorf zu tun. Wenige Stunden vor Ablauf der Frist, die EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia den Anteilseignern der angeschlagenen Landesbank gesetzt hat, legte sich Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans öffentlich fest. "Wir wollen das Verbundbankmodell vorantreiben", sagte er dem "Handelsblatt".

Im Klartext heißt dies: die WestLB wird in drei Teile aufgeteilt, die von Sanierern auch als "Container" bezeichnet werden. Der kleinste Teil, die Verbundbank, wird den Sparkassen gehören. Sie soll den Zahlungsverkehr zwischen den öffentlich-rechtlichen Instituten sicherstellen und Mittelstandskredite vergeben. Rund 45 Milliarden Euro der Bilanzsumme soll dieser Rest aufweisen, ein Fünftel der heutigen Bank. Die Servicebank soll mit 600 bis 1000 Mitarbeitern auskommen.

Abgestoßen werden jene Teilbereiche der WestLB, die sich vergleichsweise leicht aus der Landesbank herauslösen lassen. "Die Projektfinanzierung ist ein Bestandteil, der sich gut verkaufen lässt", sagte ein mit dem Verkaufsprozess vertrauter Insider gegenüber manager magazin. Andere Teile sollen dann "wie im Bauchladen" möglichen Investoren angedient werden.

Bad Bank bläht sich kräftig auf

Der Großteil des früheren Geschäfts wird voraussichtlich in die Abwicklungsanstalt der WestLB, die sogenannte Bad Bank, wandern. Deren bisherige Bilanzsumme beträgt 77 Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass dort weitere 100 Milliarden Euro an Volumen hinzukommen. Dazu dürfte ein Großteil des bisherigen Kapitalmarktgeschäfts zählen und vermutlich auch die Immobilientochter Westimmo. Die Landesbanker hatten auf Druck der EU bereits versucht, die Immobiliensparte der WestLB loszuwerden. Doch die Angebote waren zu niedrig und unter Buchwert, der Verkauf scheiterte - und die Westimmo wird wohl auch im großen WestLB-Teilebasar nicht leicht verkäuflich sein.

Die alte WestLB bleibt dabei als dritter Container bestehen. Das hat juristische Gründe: Insidern zufolge hat die WestLB vereinzelt Verträge mit ausländischen Investoren abgeschlossen, die es nicht erlauben, dass die Bank rechtlich verändert wird. Sie soll aber als reine Serviceeinheit fungieren und Back-Office-Aufgaben für die Abwicklungsanstalt übernehmen.

Vollkommen sicher ist das alles noch nicht. Denn nun ist die EU-Kommission am Zug: Sie muss entscheiden, ob sie das Verbundbank-Modell billigt. "Wenn der Plan für eine Verbundbank unseren Vorstellungen entspricht, wird es eine positive Entscheidung geben", sagte ein europäischer Wettbewerbshüter heute. Eine Ablehnung der Pläne durch EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia ist aber unwahrscheinlich. Denn Almunia hatte hinter den Kulissen immer wieder kritisiert, dass die beiden anderen Vorschläge der WestLB-Eigentümer - eine weitere Verkleinerung der Bank oder der Komplettverkauf - nicht tragfähig seien.

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