Mittwoch, 19. September 2018

Jährliche Kosten durch Zollstreit US-Zölle könnten deutsche Autobauer 7 Milliarden Euro kosten

VW-Exportwagen in Bremerhaven

Eine drastische Erhöhung der US-Zölle auf Autos könnte die deutsche Automobilwirtschaft nach Einschätzung der Bundesregierung jährlich bis zu sieben Milliarden Euro kosten. Wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine FDP-Anfrage berichtete, ergaben unterschiedliche Berechnungen, "dass der negative Effekt in Deutschland bei einer Größenordnung von fünf bis sieben Milliarden, also etwa 0,2 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts, liegen könnte".

Ausgegangen wurde dabei von einer Anhebung der Zölle von derzeit 2,5 Prozent auf 25 Prozent. Deutschland dürfte dabei unter den vier abgefragten Ländern - Kanada, Japan, Mexiko - in absoluten Zahlen "am stärksten betroffen sein", heißt es in der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage von FDP-Fraktionsvize Michael Theurer.

Handelsstreit droht sich erneut zu verschärfen

Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchtet die Bundesregierung jedoch nicht, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. In Deutschland dürften mögliche Auswirkungen "angesichts der geringen gesamtwirtschaftlichen Effekte und der anhaltend hohen Arbeitskräftenachfrage kaum ins Gewicht fallen", heißt es.

Theurer warf der Regierung hingegen vor, das Problem kleinzureden, "sicher auch aus diplomatischen Gründen". Die Auswirkungen dürften "größer sein als dargestellt", sagte er dem "Handelsblatt". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse das Thema deshalb "zur Chefsache machen und dafür sorgen, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und der EU nicht weiter verschärft".

Der Handelskonflikt zwischen Washington und Brüssel hatte sich nach einem Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli zunächst entspannt. Zuletzt brachte Trump aber wieder Strafzölle auf Autos aus der EU ins Spiel - und Juncker kündigte für diesen Fall Gegenzölle an.

la/dpa/reuters

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