Mittwoch, 28. September 2016

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Zweiradspezialist investiert in autonomes Fahren Wie Yamaha bei selbstfahrenden Motorrädern vorprescht

Yamahas Motorrad-Roboter Motobot zeigt, was beim automatisiertem Zweiradfahren bereits möglich ist

Autonomes Fahren ist derzeit eines der ganz heißen Themen in der Autoindustrie. Pkws sollen in zehn Jahren vollautomatisch über Autobahnen und Landstraßen kurven - Kollege Computer am Steuer macht's möglich. Auch Fernfahrer sollen sich bald am Fahrersitz anderen Aufgaben als dem Lenken und Fahren widmen können - Daimler arbeitet bereits am selbstfahrenden Lkw.

Züge, U-Bahnen, selbst Schiffe könnten bald führerlos unterwegs sein. Doch Zweiräder? Offenbar auch. Denn sogar Motorradhersteller, die bisher kaum als glühende Verfechter des automatisierten Fahrens aufgefallen sind, beschäftigen sich mit dem Thema. Der Zweiradhersteller Yamaha etwa investiert in Unternehmen, die sich mit selbstfahrenden Autos beschäftigen. Die Japaner wollen die Technologie auch in Motorräder einbauen. Allzu eilig haben sie es damit aber nicht.

Wie die Financial Times (FT; €) berichtet, beginnt der weltweit zweitgrößte Motorradhersteller erstmal mit bescheidenen Investitionen von rund 20 Millionen Dollar in dem Bereich. Letzen Sommer hat der Yamaha ein Unternehmen im Silicon Valley gegründet, das für die Japaner nach Technologien im Bereich autonomes Fahren, Robotik und Dronen suchen soll. Im Februar hat sich der japanische Zweirad- und Motorbootantriebsspezialist mit 2 Millionen Dollar an dem Start-Up Veniam beteiligt, das sich mit vernetzten Fahrzeugen beschäftigt.

Die Investitionen im Bereich autonomes Fahren tätige Yamaha aber nicht aus einem Gefühl der Krise heraus, sagte Yamaha-Chef Hiroyuki Yanagi der FT. Die Japaner wollen damit sicherzustellen, dass sie im Rennen mit der Konkurrenz einen Schritt voraus bleiben.

Yamaha baut einen Motorrad-Roboter - für Forschungszwecke

Yanagi strebt allerdings kein komplett fahrerloses Motorrad an. "Unser aktuelles Ziel ist es zu wissen, wie wir den Fahrer besser unterstützen können", erklärte Yanagi der FT. Zweiradfahrer können sich mehr auf die Sicherheit konzentrieren, wenn das das Handling der Maschine automatisiert wird und sich künstliche Intelligenz für die Routenauswahl nützen lasse.

Bis solche Computer-Assistenten für Zweiräder serienmäßig verfügbar sind, wird es allerdings noch mindestens ein Jahrzehnt dauern, meint der Yamaha-Boss. Einen allerersten Schritt in Richtung Motorrad-Assistenzsysteme haben die Japaner bereits mit ihrem Rennmotorrad R1 unternommen. In dem Zweirad sind Sensoren und Technologie eingebaut, die dabei helfen, Schlittern, Bremsen und andere Bewegungen besser zu kontrollieren.

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Die Entwicklungsabteilung des Motorradbauers ging jüngst noch einen Schritt weiter: Im vergangenen Herbst stellte Yamaha auf einer Zweiradmesse einen motorradfahrenden Roboter namens Motobot vor. Der lernfähige Roboter soll nicht nur zeigen, wie er computergesteuert die Balance hält - sondern bald auch mit 200 km/h alleine über Rennstrecken rasen. Dabei gewonne Daten und Erkenntnisse sollen Yamaha helfen, künftige Bikes besser und sicherer zu machen.

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