Dienstag, 31. Mai 2016

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Luxusautos Verfluchtes Traumauto - wie Wiesmann in die Pleite fuhr

Sportwagen in Kleinserie: Das harte Los deutscher Auto-Manufakturen
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Wiesmann

Zwei Brüder bauen viel bewunderte Sportwagen, ihr Unternehmen wächst und gedeiht. Doch dann ist plötzlich alles aus. manager magazin zeichnet nach, wie der Autobauer Wiesmann in die Pleite fuhr - mit einem Barfußinvestor am Gaspedal.

Der Traum begann 1985 kurz vor Weihnachten auf der Autobahn. Martin Wiesmann (heute 61) fuhr sonntagnachmittags von der Essener Motor Show zurück nach Hause. Er hatte mit Tausenden Autofans ein Hochamt der Vollgasszene gefeiert. Auf dem Heimweg ins westfälische Dülmen dachte Wiesmann an all die Sportwagen in den Messehallen. Marken wie TVR oder Morgan, britische Automobilkunst, schnell und rau und schön.

"Das kannst du auch", sagte sich Martin Wiesmann, als er seinen Autobianchi über die A 43 steuerte.

"Das können wir auch", sagte sein Bruder Friedhelm (heute 59), als Martin ihm von seinem Traum erzählte.

Martin, studierter Ingenieur und als Pumpenkonstrukteur in Wuppertal beschäftigt, hatte die Idee. Er war der Tüftler, der Gestalter, der Visionär. Bruder Friedhelm hatte ein bisschen Geld. Genug zum Start, verdient mit einem kleinen Textilbetrieb, den er gemeinsam mit seinem Schwiegervater lenkte.

1993, acht Jahre später, war es dann so weit. Der erste Wiesmann war fertig entwickelt und gebaut. Ein Faltdach-Roadster, 231 PS, 1080 Kilogramm schwer.

So reizvoll, dass sich der damalige BMW-Entwicklungschef Wolfgang Reitzle (65) zu einer Probefahrt überreden ließ - und anschließend durchsetzte, dass BMW Motoren, Getriebe und sogar die Bordnetze lieferte. So überzeugend, dass "Auto Bild" 1996 titelte: "Mann, sieht der gut aus!"

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