Montag, 22. Oktober 2018

Autohersteller Warum GM einen eigenen Posten für Cybersicherheit schafft

GM-Zentrale in Detroit: Künftig logiert hier auch ein "chief product cybersecurity officer"

2. Teil: Apple und Google fordern Autoindustrie heraus

Doch die Autohersteller bekommen dabei neue Konkurrenz von Technologieunternehmen. So drängen etwa Google und Apple darauf, ihre Betriebssysteme auch direkt in den Bordcomputern unterzubringen. Das soll das Zusammenspiel zwischen Smartphones, der On-Bord-Navigation, den Autoradio und speziell für Innenraumdisplays aufbereiteten Internet-Informationsangeboten erleichtern. Gleichzeitig schafft dies jedoch auch neue Angriffsmöglichkeiten und fordert die Autohersteller so dazu heraus, ihre Systeme noch besser zu schützen.

Noch ist kein Fall bekannt, bei dem es Hackern gelungen ist, vom Schreibtisch aus per Internetverbindung ein Fahrzeug erfolgreich zu attackieren. Doch die Angst vor diesem Szenario ist in der Branche präsent. In den USA hat die Verkehrsbehörde Autohersteller nun dazu aufgefordert, ein System für den Austausch von Informationen über Auto-Hackversuche aufzubauen - und zwar bereits ab 2015.

Erste deutsche Automanager brechen mit Diskussions-Tabu

Neben GM gibt es noch einen weiteren US-Hersteller, der das Thema Internetrsicherheit für seine Fahrzeuge in die Öffentlichkeit trägt. Der Elektroautopionier Tesla hat Anfang des Jahres eine bekannte Sicherheitsexpertin von Apple abgeworben. Die einstige Windows-Hackerin Kristin Paget ist nun für bei Tesla unter anderem für die Fahrzeugsicherheit zuständig. Tesla geht mit Manipulationsversuchen seiner Fahrzeuge vergleichsweise offen um: Erfolgreiche Hacker erhalten einen Eintrag auf einer speziellen Seite im Tesla-Blog. Zuletzt warb der Elektroautohersteller sogar bei einer Hacker-Konferenz um Mitarbeiter.

Auch in Deutschland beginnen Manager, die IT-Sicherheit auch öffentlich zum Thema zu machen. VW-Chef Martin Winterkorn erklärte etwa vor einigen Monaten, dass Autos nicht zur Datenkrake werden dürfen - und regte eine Datenschutz-Allianz unter den Autoherstellern an. "Sicherheit und Privatsphäre sind zwei der größten Themen, denen wir uns stellen müssen", erklärte Daimler-Technikchef Thomas Weber vor einiger Zeit in einem Interview.

Die neue S-Klasse hat Daimler von einem Sicherheitsunternehmen prüfen lassen, wie ein Daimler-Manager vor kurzem bei einer Fachtagung bekanntgab. Drei Monate lang hätten die Hacking-Experten versucht, in das Fahrzeug vorzudringen und dessen Elektronik zu manipulieren. Gelungen sei ihnen das nicht.

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