Freitag, 22. September 2017

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Kampf um die Vormacht im Auto-Cockpit Samsung greift Apple an - und Daimler und BMW gleich mit

Künftig auch ein Samsung-Geschäft: Pupillen-basiertes Fahrerüberwachungssystem von Harmann

Der Elektro-Riese Samsung will sich den US-Autozulieferer und Connected-Car-Spezialisten Harman für rund 8 Milliarden Dollar einverleiben. Dies ist nicht nur ein Angriff auf Apple - auch Daimler und BMW sollten gewarnt sein.

Auf den ersten Blick ist es nur ein Übernahmedeal unter vielen, weit weg von Deutschland: Der koreanische Elektronikkonzern Samsung Börsen-Chart zeigen kauft den US-amerikanischen Autozulieferer Harman International Industries. Die Tatsache, dass es mit einem Preis von acht Milliarden Dollar der größte ausländische Zukauf von Samsung aller Zeiten ist, zeigt jedoch, welch große Hoffnungen die Koreaner mit dem Unternehmen verbinden. Mit der Harman-Technologie sind Schätzungen zufolge rund 30 Millionen Autos weltweit unterwegs. Und tatsächlich könnte der Deal - so er durchgeht - auch in Deutschland beträchtliche Auswirkungen haben.

Dass sich der größte Elektronikonzern der Welt für den Autozulieferer Harman aus Connecticut interessieren könnte, hätte sich vor neun Jahren kaum jemand träumen lassen. Damals wollten eigentlich KKR und Goldman Sachs Harmann übernehmen - für ebenfalls acht Milliarden Dollar. In einem für die Branche typischen weitgehend fremdfinanzierten sogenannten " Leveraged-Buyout Deal". Sie ließen das Unternehmen dann aber - angeblich wegen falscher Angaben zur finanziellen Situation - plötzlich fallen.Ein Rückzug, der den Aktienkurs massiv abstürzen ließ.

Nun will Samsung Harman für einen ähnlichen Preis wie damals übernehmen. Die Koreaner wollen 112 Dollar in bar pro Aktie zahlen für den Konzern, der bei einem Umsatz von rund 7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr rund 700 Millionen Nettogewinn machte. Und der in den vergangenen Jahren einen umfassenden Wandel vollzogen hat.

Vom Audiosystem-Anbieter zum Connected Car Spezialisten

Einst vor allem als Hersteller von Audio-Systemen bekannt, hat sich Harman in den vergangenen Jahren zum Experten für Connected Car-Systeme entwickelt. Das Unternehmen bietet unter anderem Anti-Auto-IT-Hack-Systeme, Stress-Detektion, Augen und Pupillenüberwachungstechnologie, Fußgängererkennungstechnologien und andere Fahrassistenzsystem an. Mit der Übernahme der Auto-Division von Bang & Olufsen im vergangenen Jahr sicherte sich der Konzern zudem eine begehrte Marke im Premium-Segment.

Rund zwei Drittel des Umsatzes kommen mittlerweile von Autokonzernen - ein Kundenstamm, zu dem neben General Motors und Chrysler auch Daimler Börsen-Chart zeigen , BMW und Audi Börsen-Chart zeigen zählen. Und die Orderbücher sind angeblich voll. Aufträge für 24 Milliarden Dollar sollen sich laut Presseberichten in den Büchern befinden. Für den vom Note-7-Skandal gebeutelten Samsung-Konzern ist der Einstieg ins Connected Car Business eine große Chance - allerdings eine mit jeder Menge Wettbewerbern.

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