Donnerstag, 24. August 2017

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VW-Wettbewerber im 3. Quartal Peugeot und Hyundai schwächeln, Renault gibt Gas

Nissan-Renault Carlos Ghosn, der auch Chef von Mitsubishi werden soll, holt auf

Volkswagens Rivalen haben sich beim Umsatz im letzten Quartal ganz unterschiedlich geschlagen. Während Peugeot zurückfiel, legte Renault deutlich zu. Bei Hyundai fiel nach Streiks nicht nur der Umsatz ab.

Einbußen im China-Geschäft und die schwächelnde Marke Citroen bremsen Peugeot aus. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal ging um gut 5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zurück, teilte der französische Autokonzern am Mittwoch mit.

Dabei spielten auch negative Wechselkurseffekte insbesondere in Lateinamerika eine Rolle, die PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen nur teilweise durch höhere Preise wettmachen konnte. Nun setzen die Franzosen auf neue Modelle wie etwa den Citroen C3 mini, der das Geschäft bereits zum Jahresende wieder ankurbeln soll.

Nachdem ein striktes Sparprogramm den Konzern gerade erst wieder zurück in die Spur gebracht hatte, steht Peugeot-Chef Carlos Tavares vor neuen Problemen: Chinesische Kunden lassen ausländische Mittelklassewagen immer öfter in den Schaufenstern stehen. Im dritten Quartal sackte der Konzernabsatz in der Volksrepublik um fast 17 Prozent ab. Auch in Europa gab es einen Rückgang. Deutlich positiv schlug sich aber nieder, dass Peugeot wieder Autos im Iran verkaufen konnte, weil die Wirtschaftssanktionen gegen das Land aufgehoben wurden.

Renault rückt Peugeot auf die Pelle

Der heimische Rivale Renault Börsen-Chart zeigen rückt Peugeot dank eines florierenden Europageschäfts näher auf die Pelle. Europas drittgrößter Autokonzern kam im dritten Quartal auf einen Umsatz von 10,55 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent, wie der VW-Konkurrent mitteilte. Dazu trug ferner bei, dass Renault in Indien mit dem besonders preisgünstigen Modell Kwid punkten konnte.

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Foto: REUTERS

Bei den weltweiten Neuzulassungen sieht sich Renault mit einem Plus von 16 Prozent deutlich besser positioniert als der Gesamtmarkt (+5 Prozent). Außerhalb Europas legten die Zulassungen vor allem in der Region Afrika, Mittlerer Osten und Indien besonders deutlich zu (+85 Prozent). Zu Gewinnen oder Verlusten machte der Autobauer zunächst keine Angaben. An seinen bisherigen Zielen für das Jahr 2016 will Renault festhalten.

Hyundai verdient elftes Quartal in Folge weniger

Nach Produktionsausfällen infolge von Streiks hat der VW-Konkurrent Hyundai Motor Börsen-Chart zeigen das elfte Quartal nacheinander weniger verdient. Der Überschuss ging im dritten Quartal 2016 im Jahresvergleich um 7,2 Prozent auf knapp 1,12 Billionen Won (907,2 Millionen Euro) zurück, wie Südkoreas Branchenprimus am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz fiel um 5,7 Prozent auf rund 22,1 Billionen Won. Zusammen mit der Schwesterfirma Kia Motors ist Hyundai die Nummer fünf der weltweit größten Autohersteller.

Die Streiks in den vergangenen Monaten in den Werken in Südkorea seien "der wichtigste Grund für den Gewinnrückgang" gewesen, sagte ein Firmensprecher. Hyundai bezifferte die Verluste durch die Arbeitsniederlegungen auf etwa drei Milliarden Won, 140 000 Autos hätten nicht produziert werden können. Anfang dieses Monats hatten sich die Betriebsgewerkschaft und das Management auf Lohnerhöhungen geeinigt. Der Autobauer hatte zuletzt angekündigt, dass es für etwa 1000 Manager der Hyundai-Motor-Gruppe eine Gehaltskürzung um zehn Prozent geben werde.

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rei/dpa/Reuters

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