Dienstag, 30. August 2016

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VW-Abgasaffäre VW-Chef Winterkorn tritt zurück +++ "Bin mir keines Fehlverhaltens bewusst" +++ Flut von Sammelklagen

VW-Chef Winterkorn: "Bin mir keines Fehlverhaltens bewusst"

19.20 Uhr: Was für ein Tag! Nicht nur die Investoren haben heute viel zu verdauen. Sehr vorsichtiger Optimismus macht sich zur Stunde breit: Im Abendhandel in Frankfurt klettert die Aktie von Volkswage Börsen-Chart zeigen leicht.

19.00 Uhr: In den Erklärungen einzelner Analysten schwingt durchaus auch ein Stück weit Bedauern und Anerkenntnis für Winterkorn mit: "Winterkorn hat einen guten Job gemacht und hat es nicht verdient, geopfert zu werden. Aber bei der Größe des Problems und da er für Entwicklung im Konzern zuständig war, muss man diese Pille auch schlucken, wenn es schiefläuft wie jetzt", sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Robert Halver von der Baader Bank sagt: "VW verliert mit Winterkorn einen Topmanager, der Benzin im Blut hatte."

18.55 Uhr: Analysten stehen mit ersten Einschätzungen zum Rücktritt am Start. Einig sind sich die Experten darin, dass vor Volkswagen noch sehr viel Arbeit liegt: "Das ist der erste einer ganzen Reihe von Schritten", sagt stellvertretend Marc-René Tonn von M.M. Warburg. Bei dem jetzt gesetzten Neuanfang könne es nur heißen: Rückhaltlose Aufklärung und das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen, sind sich die Experten einig.

18.44 Uhr: Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats hat durchgegriffen. Chefredakteur Sven Clausen erklärt in seinem Kommentar, warum dieser Schritt richtig ist und VW sowie die deutsche Autoindustrie vor weiteren Schaden bewahren sollte.

18.40 Uhr: Der Aufsichtsrat will am Freitag über einen Winterkorn-Nachfolger beraten. Ob er dabei bereits eine Entscheidung trifft, ist noch unklar. manager magazin online hat potentiellen Nachfolgern schon mal auf den Zahn gefühlt und ihre Chancen für diesen Job ausgelotet. Das Ergebnis lesen Sie hier.

18.20 Uhr: Auf Volkswagen rollt einem Medienbericht zufolge eine Flut von Sammelklagen in den USA und Kanada zu. Nach Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung seien seit vergangenen Freitag 37 solcher Klagen bei US-Gerichten eingereicht worden, weitere zwei in Kanada. Kläger seien zumeist private Autokäufer, in einem Fall auch ein Autohändler. Die Kläger verlangen dem Bericht zufolge Schadensersatz für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge und die durch den Rückruf entstehenden Kosten.

17.50 Uhr: In seiner Video-Erklärung am Vortag hatte Winterkorn sich umfangreich bei Institutionen, Mitarbeitern und Kunden entschuldigt. Von einem Rücktritt, über den zuvor bereits spekuliert wurde, war darin nicht die Rede. Vielmehr konnte der Zuhörer den Eindruck gewinnen, Winterkorn würde sich selbst an die Spitze der Aufklärer sehen. Die Aktie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen schloss 5,2 Prozent fester.

17.45 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte vor den Journalisten, das Präsidium habe beschlossen, durch das Unternehmen Strafanzeige zu erstatten. Das Gremium habe "den Eindruck, dass strafrechtlich relevante Handlungen eine Rolle" gespielt hätten. Das Unternehmen werde dafür sorgen, dass die Verantwortlichen für die Abgas-Affäre "hart belangt werden". Zudem werde Volkswagen einen Sonderausschuss gründen, der die Aufklärung vorantreiben werde. Dabei solle auch auf externe Berater zurückgegriffen werden.

17.40 Uhr: Winterkorn habe keine Kenntnis von der Manipulation der Abgaswerte gehabt, sagte der Vorsitzende des Präsidiums des Aufsichtsrats, Berthold Huber. Das Präsidium habe Winterkorns Rücktrittsentscheidung deshalb "mit großem Respekt" entgegengenommen. Über die Vorschläge zur Nachfolge von Winterkorn werde am Freitag im Aufsichtsrat beraten. Nähere Angaben machte er nicht. Als möglicher Nachfolger von Winterkorn ist Porsche-Chef Matthias Müller schon länger im Gespräch.

Die besten "Wiko"-Zitate: "Qualität ist bei Volkswagen Chefsache"

VW werde dafür sorgen, "dass diese Affäre vollständig und schnell aufgeklärt wird", sagte Weil. Das Vertrauen in das Unternehmen müsse "sehr schnell" wieder hergestellt werden. "Das darf bei Volkswagen nie wieder passieren." Niedersachsen hält 20 Prozent an Volkswagen.

17.30 Uhr: Die Reaktion der Börse auf den Rücktritt von Martin Winterkorn als VW-Chef ist verhalten. Die Aktie von VW, die zuvor rund 7 Prozent auf 115 Euro zugelegt hatte, gab unmittelbar nach der Rücktrittserklärung Winterkorns weinen Teil ihrer Gewinne wieder ab und notierte zuletzt noch 5 Prozent fester bei 111 Euro. Viele Anleger hatten mit einem Umbau an der VW-Spitze gerechnet - ein Nachfolger von Winterkorn wird jedoch erst am Freitag benannt.

Lesen Sie hier Winterkorns Rücktrittserklärung im Wortlaut

17 Uhr: Martin Winterkorn tritt als Konzernchef von Volkswagen zurück. Der 68-jährige Manager zog damit am Mittwoch die Konsequenzen aus dem Skandal um manipulierte Abgaswerte in den USA.

Als Vorstandsvorsitzender übernehme er die Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren, erklärte Winterkorn am Mittwoch in Wolfsburg. "Volkswagen braucht einen Neuanfang - auch personell." Weiter heißt es in der Erklärung Winterkorns: "Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren." Als Vorstandschef übernehme er die Verantwortung. Er habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit ihm eine Vereinbarung zur Beendigung seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns zu treffen. "Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin", erklärte Winterkorn.

16.40 Uhr: Bleibt Martin Winterkorn an der Spitze des VW-Konzerns? Darüber berät heute das fünfköpfige Präsidium des Aufsichtsrats. Reuters meldet: "VW lässt Journalisten aufs Werksgelände in Wolfsburg. Der Konzern kündigt ein Pressestatement an."

16.15 Uhr: VW droht eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit. Die Rating-Agentur Fitch prüft die Bonitätsnote des Konzerns wegen des Abgas-Skandals auf eine Herabstufung. Die Affäre werde in den nächsten zwei Jahren zu Mittelabflüssen von mehreren Milliarden Euro führen, erklärte Fitch. Gleichzeitig verweisen die Bonitätswächter darauf, dass VW eine starke Bilanz habe.

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