Mittwoch, 22. November 2017

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Radikal-Umbau der Volkswagen AG "Wir stellen hier einen traditionellen Konzern auf den Kopf"

75 Minuten lang hat Konzernchef Matthias Müller seine neue Strategie der Öffentlichkeit vorgestellt - mit einer rund 45minütigen Rede, gefolgt von rund 30 Minuten Fragen und Antworten mit Journalisten. Die Investoren überzeugte er zumindest nicht: Die Aktien von Volkswagen (Vorzüge) Börsen-Chart zeigen glitten am Nachmittag um mehr als 2,5 Prozent ins Minus.

Nachfolgend die wichtigsten Punkte der neuen Volkswagen-Strategie:

  • Volkswagen baut einen eigenen Geschäftsbereich für Mobilitätsdienste auf, der zur zweiten Säule des Konzerns neben dem klassischen Kerngeschäft werden soll. Mit solchen Diensten will der Konzern bis 2025 einen "Umsatz in substanzieller Milliardenhöhe" machen.
  • Elektroautos sollen im Jahr 2025 rund 20 bis 25 Prozent des Konzern-Gesamtabsatzes ausmachen. Die Bedeutung von Elektromobilität wächst im Konzern also stark. Batterietechnologie wird ein"neues Kompetenzfeld" , VW erwägt auch den Bau einer eigenen Batteriefabrik.
  • Der Konzern soll "in allen Marken und Bereichen effizienter" werden. Jährlich will Müller 8 Milliarden Euro durch Effizienzsteigerungen einsparen . Reduziert wird künftig nicht nur die Zahl der modularen Baukästen von zwölf auf vier. Auch die Gesamtzahl von 340 Modellvarianten will Müller reduzieren. Um wie viel, soll aber erst im November feststehen.
  • Volkswagen will seine Komponentenwerke neu ausrichten und sie möglicherweise aus dem Konzern ausgliedern - als eigenständiges Unternehmen . In dem Bereich arbeiten 67.000 Mitarbeiter an 26 Standorten, das neue Unternehmen wäre also auf einen Schlag einer der größten Autozulieferer in Europa. Details zur möglichen Ausgliederung will Volkswagen aber erst im Herbst bekanntgeben.

Details zu Müllers Aussagen finden Sie in den Newsblog-Einträgen weiter unten.

Der Konzernchef und sein Planer: Volkswagen-Boss Matthias Müller (re.) und Gruppen-Strategievorstand Thomas Sedran (li.)

13:16 Uhr: Zuletzt kam noch eine von vielen Fragen zur Neuausrichtung des Komponentenbereichs. Da bittet Müller nun öffentlich um etwas Geduld. Die Grundsatzentscheidung zur Neuausrichtung sei gefallen, die Details dafür werden gerade erarbeitet - und erst im November bekanntgegeben.

13:07 Uhr: Bei einem Thema wird Müller jedoch ziemlich schmallippig. Die Zahl von 340 Modellvarianten weltweit soll schrumpfen, hatte Müller in seiner Rede erklärt. Wie viele Modelle soll es künftig geben, will ein Journalist wissen. Da verweist Müller auf eine Pressekonferenz zu Ende des Sommers oder im November. Da soll es dann klare Zahlen zu den künftigen Modellvarianten geben.

13:03 Uhr: In der Fragerunde bekräftigt Müller auch nochmal eine spannende Zahl: Jährlich soll Volkswagen künftig acht Milliarden Euro durch Effizienzsteigerungen sparen.

12:58 Uhr: Wo gab es denn bei der Erarbeitung der neuen Strategie die größten Diskussionen, will ein Journalist wissen. Da lässt Müller einen seltenen Einblick zu. Die Erarbeitung der gesamten Strategie sei sehr anspruchsvoll gewesen. "Wir stellen hier einen traditionellen Konzern auf den Kopf, da gibt es nicht nur Begeisterung", so Müller. Doch der epochale Wandel, stellt der Konzernchef klar, findet jetzt statt. Das sei auch der Grund, weshalb er jetzt den Konzern neu aufstellen will. "In fünf Jahren ist der Zug vielleicht abgefahren."

12:53 Uhr: Wie will VW mit seinem Einstieg bei Gett und Mobilitätsdiensten Geld verdienen, will eine Journalistin wissen: Müllers Antwort geht in die Richtung, dass er das noch nicht ganz exakt wisse, aber mit dem "Ride-Hailing", also derzeit dem Taxi-Rufen per App, ein erster Schritt gemacht sei.

Strategievorstand Sedran gestattet sich noch einen kleinen Seitenhieb auf die Konkurrenz: VW könne mit seinem Einstieg bei Gett viel Einfluss auf das junge Unternehmen nehmen. Das dürfte der Konkurrenz, die bei den Fahrdienst-Anbietern Uber und Lyft eingestiegen ist, angesichts der Größe der Unternehmen deutlich schwerer fallen.

12:47 Uhr: Wenn wir schon bei sportlichen Vergleichen sind: Müller erklärte in seiner Rede, dass VW sich die überschüssigen Pfunde abtrainieren soll. Dieses Sprachbild findet eine Autorin wenig gelungen:

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