Samstag, 24. September 2016

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Gleiss Lutz prüft Hans Dieter Pötsch VW durchleuchtet seinen Aufsichtsratschef

Da muss er durch: VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch

Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns unterzieht seinen Chef einem Eignungstest. Das Gremium habe die Kanzlei Gleiss Lutz damit beauftragt, die Rolle Hans Dieter Pötsch und weiterer Vorstände bei der Entstehung der Diesel-Affäre in den Jahren 2014 und 2015 zu prüfen, berichtet das Handelsblatt (€).

Damals war Pötsch noch Finanzvorstand des größten Auto-Herstellers Europas, inzwischen ist er Aufsichtsratsvorsitzender. Nach bisherigen Erkenntnissen waren manipulierte Diesel-Abgaswerte schon frühzeitig Thema im Vorstand. Eine frühzeitige Abwendung des Skandals und damit milliardenschwerer Strafzahlungen scheint also möglich gewesen zu sein.

Die Untersuchung gefährdet die Machttektonik im Volkswagen-Konzern. Pötsch ist der Kandidat der beherrschenden Aktionärsfamilien Piëch und Porsche. Sollte er über die Untersuchungen fallen, würde dies voraussichtlich zu starken Spannungen innerhalb der Familie sowie zwischen den Familien und dem Block aus dem Land Niedersachsen, das ebenfalls 20 Prozent hält, und den mit dem Land verbündeten Arbeitnehmervertretern führen.

Dieser Block hatte die Untersuchung gegen Pötsch vor allem vorangetrieben. Am Montag forderte Betriebsratschef Bernd Osterloh einen generellen Neubeginn. Es gehe darum, die "moralischen Fundamente unseres Unternehmens" neu zu befestigen, sagte er in einer Rede im niedersächsischen Landtag in Hannover. "Das geht nicht ohne die Rückgewinnung von Vertrauen - dem unserer Kunden, unserer Belegschaften, aber auch von Politik und Gesellschaft." VW sei in den letzten Jahren "sehr vom eigenen Tempo des Wachstums eingenommen" gewesen, vielleicht auch "zu sehr vom eigenen Erfolg beeindruckt". "Vielleicht haben wir auch übersehen, dass nicht jedes Problem ingenieurs-mäßig behandelt werden kann", meinte der Betriebsratschef.

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Foto: BMW

soc, mit Agenturen

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