Sonntag, 16. Dezember 2018

Oktober-Verkaufszahlen VW fährt in den USA Rabatte zurück - und verkauft trotzdem mehr Autos

Endlich mal ein Lichtblick: Die Kernmarke VW steigert nach 18 Monaten erstmals wieder ihren Absatz in den USA

Nach 18 Monaten Talfahrt gewinnt VW in den USA an Boden, und das sogar bei geringeren Rabatten. Doch gegen Chrysler kommt VW nicht an. Die niedrigen Benzinpreise sorgen für eine starke Nachfrage nach Chryslers Spritschluckern - VW hingegen fehlt solch schweres Gerät.

Detroit/Herndorn - Lichtblick nach eineinhalb Jahren: Volkswagen hat in den USA nach 18 Monaten Talfahrt wieder steigende Verkaufszahlen vermeldet. Im Oktober lieferten die Wolfsburger rund 30.300 Wagen ihrer Kernmarke VW Pkw aus und damit knapp 8 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der größte Rivale Toyota Börsen-Chart zeigensteigerte seinen Absatz nur um 6,9 Prozent - verkaufte damit aber rund sechsmal so viele Autos wie VW.

Das Wachstum erkaufte sich VW offenbar nicht mit einer Rabattschlacht. Wie Commerzbank-Analysten in einer Studie schreiben, sanken VWs Ausgaben für Rabatte in den USA im Oktober sogar um 9 Prozent. Nach dem langen Abwärtstrend sei der Absatzzuwachs eher auf die sehr niedrige Basis des Vormonats zurückzuführen, heißt es in der Studie. Zuletzt hatte VW den Jetta, das meistverkaufte Modell der Wolfsburger in den USA, kosmetisch überarbeitet. Auch die Nachfrage nach dem neuen Golf zog im vergangenen Monat an.

Insgesamt wurden auf dem US-Markt im Oktober laut dem Analysehaus Autodata 1,28 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Das waren 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 2,8 Prozent mehr als im Vormonat.

Der US-Automarkt zeigt weiter einen klaren Trend: Schweres Gerät verkauft sich am besten. Die Aussicht auf anhaltend niedrige Spritpreise verführt immer mehr Amerikaner zum Kauf von als "Gas Guzzler" bezeichneten Benzinschleudern. Wer keine schweren Geländewagen oder Pickups anbieten kann, hatte bereits in den vergangenen Monaten einen schweren Stand auf dem US-Markt.

Chrysler führt Verkaufslisten an, Spritschlucker der Renner

Das erklärt auch VWs Probleme in den letzten Monaten. VW bietet in den USA derzeit nur zwei Geländewagen-Modelle an. Ein drittes, eigens auf den US-Markt zugeschnittener VW-SUV wird jedoch erst 2016 bei den US-Händlern stehen.

Stark profitiert von der starken Nachfrage nach großen, durstigen und eher preisgünstigen Wagen hat Chrysler. Das erst jüngst mit dem italienischen Fiat -Konzern zum transatlantischen Autoriesen verschmolzene Unternehmen baute den Absatz um 22 Prozent aus und führte so die US-Absatzliste an. Opel-Mutter General Motors Börsen-Chart zeigen trat nach einem starken Vormonat auf der Stelle. Der dritte große US-Hersteller Ford Börsen-Chart zeigen musste einen leichten Rückgang verkraften.

Vier Fünftel seines Oktober-Umsatzes erzielte Chysler mit Spritschluckern: Die MarkHälfte deAbsatzes im Oktober mit Jeeps. Über ein weiteres Drittel steuerten Pickup-Trucks der Marke Ram bei. Dabei spielt auch der massive Absturz der Rohölpreise in die Karten - in den vergangenen vier Monaten sind sie um fast ein Viertel gese unken, der Preisrutsch macht sich auch an den Tankstellen zunehmend bemerkbar.

Audi verkauft 17 und BMW 8 Prozent mehr Autos

Seit Jahresbeginn liegen die US-Verkaufszahlen von Volkswagen Pkw mit knapp 343.000 Neuwagen aber immer noch gut 12 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die VW-Tochter Audi konnte sich auch im Oktober auf ihr neues A3-Modell verlassen und verkaufte fast 17 Prozent mehr. BMW gelang ein Anstieg um knapp acht Prozent. Vor allem das SUV-Modell X5 und das Flaggschiff BMW 7er verkauften sich deutlich häufiger als vor einem Jahr.

Der neue Macan hat Porsche auch im Oktober auf Kurs gehalten. Starke Verkäufe des Kompakt-SUV sicherten ein Absatzplus von 3 Prozent im Oktober.

Der einzige deutsche Autoriese mit rückläufigen Verkaufszahlen war Daimler. Der Absatz der Kernmarke Mercedes-Benz sank um 5 Prozent. Vor einem Jahr hatte der neue CLA die Verkäufe noch in die Höhe getrieben - nun brach sein Absatz um fast die Hälfte ein. US-Chef Stephen Cannon sprach von Lieferengpässen "bei einigen unserer beliebtesten Modellreihen", nannte aber keine Einzelheiten.

wed/rei/dpa

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