Sonntag, 19. August 2018

Winterkorn spricht vor Untersuchungsausschuss "Es waren nicht 2 oder 3 Leute. Es waren schon mehr"

VW-Abgasskandal: Winterkorns großer Tag vor dem Untersuchungsausschuss
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AFP

4. Teil: Entwicklung und Einbau der Betrugs-Software

3. Die Entwicklung und der Einbau der Betrugs-Software

- Stand der Ermittlungen: Der Ursprung des Skandals lässt sich laut VW auf eine Gruppe von Ingenieuren aus dem mittleren bis oberen Management eingrenzen. Das legt auch die Anklage gegen sechs VW-Manager in den USA nahe, von denen einer in Haft sitzt. Das US-Justizministerium spricht von "Verschwörern". Diese hätten 2006 die Entwicklung eines neuen, regelkonformen "clean diesel" gestartet. Der entscheidende Moment: "Als die Verschwörer begriffen, dass sie keinen Dieselmotor entwickeln konnten, der sowohl strengere NOx-Standards erfüllen als auch genügend Kundennachfrage haben würde, beschlossen sie, eine Software-Funktion zu nutzen, um die US-Emissionstests auszutricksen."

- Was noch unklar ist: Andere VW-Ingenieure hätten bald Zweifel an dem Vorgehen angemeldet, so das Justizministerium. Doch Mitglieder der Sechsergruppe hätten es weiter abgesegnet und verheimlicht: "Die Verschwörer logen die (Umweltbehörde) EPA in der Frage der Existenz der Software an." Im Frühjahr 2013 habe Neußer dann ein Zusatzmodul genehmigt, das den Lenkradwinkel - und so die Testläufe mit stärkerer Abgasreinigung - besser erkannte. Das Ministerium ergänzt seine Sicht aber mit der Unschuldsvermutung - bis zum Nachweis des Gegenteils.

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