Samstag, 1. Oktober 2016

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Heute Spitzentreffen zwischen Volkswagen und EPA Kalifornische Umweltbehörde lehnt VW-Rückrufplan ab

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: Keinen "zustimmungsfähigen Rückrufplan" eingereicht

Die kalifornische Umweltbehörde CARB hat einen Rückrufplan von Volkswagen abgelehnt. Aus einer Mitteilung der US-Behörde vom Dienstag ging aber hervor, dass VW weiterhin die Chance habe, bei den Lösungsvorschlägen für den Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge nachzubessern. Es geht dabei um Motoren mit 2,0 Litern Hubraum, knapp 500.000 an der Zahl.

Volkswagen erklärte dazu: "Die heutige Mitteilung bezieht sich auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die CARB im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit CARB." Dazu gehöre auch ein Treffen aus der vergangenen Woche über den Rahmen für eine Beseitigung der Abgas-Affäre.

Die Behörde CARB teilte in einer Erklärung zur Ablehnung mit: "Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken", sagte CARB-Chefin Mary Nichols. "Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert, und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen." So seien tausende Tonnen Stickoxid in die Luft geblasen worden, die der Gesundheit der Menschen in Kalifornien geschadet hätten. "Sie müssen das wieder in Ordnung bringen", forderte Nichols an die Adresse von Volkswagen.

Die US-Umweltbehörde EPA, die die Manipulationen mit aufgedeckt hatte, schloss sich am Dienstag der CARB-Ablehnung an. VW habe keinen "zustimmungsfähigen Rückrufplan" eingereicht, mit dem die Autos in Einklang mit den Vorschriften gebracht werden könnten. Insgesamt geht es in den USA um knapp 600.000 Dieselfahrzeuge aus dem VW-Konzern mit 2,0 oder 3,0 Liter Hubraum. Betroffen sind die Marken VW-Pkw, Audi und Porsche.

VW-Chef Matthias Müller will sich am heutigen Mittwoch in Washington mit der EPA-Chefin Gina McCarthy treffen. Wie das Lösungspaket, das den Aufsehern präsentiert werden soll, aussieht, ist noch unklar. Ebenfalls unklar ist, ob die Öffentlichkeit nach dem Treffen informiert wird. Müller will in Washington nach Angaben aus Konzernkreisen außerdem noch Gespräche mit Kongressabgeordneten führen.

Auf der US-Automesse in Detroit hatte sich Müller erneut für die Manipulationen entschuldigt. "Es sind nicht nur unsere Autos, die wir reparieren müssen - es ist auch unsere Glaubwürdigkeit", hatte Müller am Montag gesagt. VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt.


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ts/dpa-afx

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