Dienstag, 30. Mai 2017

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Abgas-Vergleich ist erst Beginn einer Kostenlawine 15 Milliarden reichen nicht - wofür VW sonst noch zahlen muss

VW Touareg im Gelände: Wird der Konzern noch von einer Kostenlawine überrollt?

Mit dem Milliarden-Vergleich in den USA hat Volkswagen den ersten großen Schritt zur Beilegung des Dieselskandals gemacht. Es ist mit mehr als 15 Milliarden Dollar die höchste je von einem Autobauer in den USA geleistete Wiedergutmachung. Doch damit ist der Abgasskandal nicht abgehakt.

15 Milliarden Dollar Zahlungen in den USA sind noch nicht das Ende für Volkswagen: Weltweit drohen Europas größtem Autobauer noch weitere Kosten für Rückrufe, Aktionärsklagen und Strafen, die sich auf mehr als zehn Milliarden Euro auftürmen könnten. Analysten schätzen, dass die Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Abgaswerte den Konzern am Ende zwischen 20 und 25 Milliarden Euro kosten wird.

Warum zu den 15 Milliarden Dollar in den USA noch eine so hohe Summe hinzukommen kann, beantwortet eine Übersicht über die wichtigsten Fakten zum Abgasskandal und seinen voraussichtlichen Folgekosten.

Für wen gilt der Milliardenvergleich in den USA?

Die Einigung mit hunderten Sammelklägern, Behörden und US-Bundesstaaten kostet Volkswagen rund 15,3 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 13,8 Milliarden Euro). Der größte Teil entfällt auf den Rückkauf von 475.000 manipulierten Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren, für die gut zehn Milliarden Dollar reserviert sind. Hinzu kommen Entschädigungszahlungen an die Autobesitzer in den USA.

Die tatsächlichen Kosten für VW hängen davon ab, wie viele Dieselbesitzer ihre Wagen zurückgeben und ob die US-Behörden eine Umrüstung genehmigen. Sollte es Volkswagen nicht gelingen, 85 Prozent der betroffenen Fahrzeuge von der Straße zu holen oder umzurüsten, muss Volkswagen für jeden Prozentpunkt, um den das Ziel verfehlt wird, 85 Millionen Dollar zahlen.

Drohen VW weitere Strafen und Klagen in den USA?

In den USA laufen wegen des Abgasbetrugs außerdem noch strafrechtliche Ermittlungen gegen Volkswagen. Zudem können Kläger zivilrechtlich versuchen, einen höheren Schadensersatz durchzusetzen, wenn sie mit dem Vergleich nicht zufrieden sind. Arndt Ellinghorst von Evercore ISI schätzt, dass für beides zusammen zusätzlich zwei bis drei Milliarden Dollar fällig werden könnten.

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