Donnerstag, 24. Mai 2018

Suche nach Ersatzkandidaten für den Notfall läuft Volkswagens Schatten-Vorstand

Schatten-Vorstand: Volkswagens Aufseher arbeiten an einem Geheimplan für mögliche Ersatzkandidaten im Vorstand, sollten amtierende Mitglieder angeklagt werden

Sollte es im Zuge des Abgasskandals zu Anklagen gegen amtierende Manager des Volkswagen-Konzerns kommen, will der Autobauer vorbereitet sein. Der Aufsichtsrat arbeitet an einem Plan für mögliche Notfall-Kandidaten und blickt zugleich über das Jahr 2020 hinaus.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Autohersteller Volkswagen könnten zu kurzfristigen Neubesetzungen im Vorstand führen. Der Aufsichtsrat diskutiere über Ersatzkandidaten für den Fall, dass es zu Anklagen gegen einzelne Vorstände komme, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. Juli). Insbesondere Ministerpräsident Stephan Weil als Vertreter des Großaktionärs Niedersachsen und die IG Metall drängten auf Notfallpläne, heißt es in Unternehmenskreisen.

Die Staatsanwaltschaften in Braunschweig, München und Stuttgart ermitteln wegen des Dieselskandals gegen VW, Audi und Porsche sowie gegen einzelne Manager. Es geht dabei um den Verdacht auf Betrug, strafbare Werbung und Finanzmarktmanipulation. Betroffen sind davon unter anderem Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller, VW-Markenchef Herbert Diess und der langjährige Konzernchef Martin Winterkorn. Alle weisen die Vorwürfe zurück.

Namen für mögliche Ersatzkandidaten werden bereits gehandelt

Komme es zu Anklagen gegen amtierende Manager, sei unter Umständen eine Neubesetzung von Positionen notwendig, heißt es im Konzern. Als Ersatzkandidaten für Vorstandspositionen gehandelt würden unter anderem Porsche-Chef Oliver Blume, Seat-CEO Luca de Meo und der ehemalige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bereite mit Vertrauten auch eine langfristige personelle Neuaufstellung des Konzerns vor, berichtet das manager magazin weiter. Es gehe dabei um die Zeit nach dem Ablauf des Vertrags von Vorstandschef Matthias Müller 2020. Im Unternehmen heißt es, die Gruppe um Pötsch sähe gern einen externen Kandidaten an der Konzernspitze. Sie verspricht sich davon neue Impulse. Sogar ein Manager aus einer anderen Branche kommt in Frage.

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