Mittwoch, 20. September 2017

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Ein Fünftel des Konzernumsatzes betroffen Volkswagen arbeitet am Verkauf mehrerer Konzernteile

"Wir lassen uns von keinem die Entscheidung diktieren": Die Restrukturierung geht weiter, versichert Volkswagen-Konzernchef Müller dem "Wall Street Journal". Das Unternehmen werde sich dabei aber nicht von Investoren bevormunden lassen

Volkswagen arbeitet am Verkauf von Konzernbereichen, die nicht mehr als Kerngeschäft definiert werden, sagt Vorstandschef Matthias Müller dem "Wall Street Journal". Zusammen stünden die Bereiche für rund ein Fünftel des Jahresumsatzes des Konzerns.

Der Volkswagen-Konzern will seine geplante Restrukturierung nicht auf die lange Bank schieben. Ein neues Team des Autobauers arbeite aktiv am Verkauf mehrerer Bereiche, die nicht länger zum Kerngeschäft des Konzerns gehörten. Das sagte Vorstandschef Matthias Müller in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (kostenpflichtig)

Die zum Verkauf stehenden Bereiche machten bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes von Volkswagen aus. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Wolfsburger Unternehmen Erlöse von rund 217 Milliarden Euro.

Gerüchte über eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler nannte Müller "Spekulation". Der Konzern führe zwar routinemäßig Verhandlungen mit vielen Rivalen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass Volkswagen bald an einem Zusammenschluss mit einem anderen Massenhersteller beteiligt sein werde. "Wir sind bereits ein großer Konzern und haben kein Interesse daran, uns zu überladen", sagte Müller.

"Wir lassen uns von keinem die Entscheidung diktieren"

Dem Bericht zufolge spreche Volkswagen mit Fiat Chrysler womöglich auch über die gemeinsame Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge. Das wollte Müller allerdings nicht bestätigen. Der Chef von Fiat Chrysler, Sergio Marchionne, geht seit zwei Jahren von einer Konsolidierung der großen Automobilkonzerne aus.

VW hatte vor kurzem den 1,5 Milliarden Euro schweren Verkauf der Motorradtochter Ducati auf Eis gelegt. Gründe seien Widerstand des deutschen Betriebsrats und interne Unstimmigkeiten über die Strategie, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag.

Die Liste der Asset-Verkäufe sei nicht zu den Akten gelegt worden. "Aber wir lassen uns von keinem diktieren, welche Entscheidungen wir treffen sollen", sagte Müller in dem Interview weiter.

Der Konzernchef spielt damit ganz offensichtlich auf immer wiederkehrende Forderungen von Investoren an, sich zum Beispiel von Volkswagen Trucks oder von Audi zu trennen, um damit den VW-Aktienkurs zu steigern. Als Vorbild gelte diesen Investoren der in ihren Augen erfolgreiche Spin-Off der weltbekannten Tochter Ferrari des Fiat-Chrysler-Konzerns, schreibt das "Wall Street Journal" weiter.

rei mit Reuters

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