Sonntag, 25. September 2016

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Müller und Diess verschärfen Sparkurs Mehr als 10.000 Jobs bei VW gefährdet

"Ein Team. Eine Familie" - zur Betriebsversammlung am 6. Oktober letzten Jahres demonstrierten tausende VW-Mitarbeiter ihre Solidariät mit dem Konzern. Den neuen Produktivitätsanforderungen von Markenchef Diess könnten bald viele Jobs zum Opfer fallen
DPA / Volkswagen
"Ein Team. Eine Familie" - zur Betriebsversammlung am 6. Oktober letzten Jahres demonstrierten tausende VW-Mitarbeiter ihre Solidariät mit dem Konzern. Den neuen Produktivitätsanforderungen von Markenchef Diess könnten bald viele Jobs zum Opfer fallen

Die Wolfsburger Volkswagen AG verschärft ihren Sparkurs. VW-Markenchef Herbert Diess fordere schon für das Jahr 2016 eine Produktivitätssteigerung um 10 Prozent, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Januar). Um dieses Ziel zu erreichen, müsse VW Tausende Arbeitsplätze abbauen, heißt es im Konzern.

Eine genaue Zahl wird von Diess bislang nicht genannt. Intern ist aber von weit mehr als 10.000 gefährdeten Jobs die Rede. Es werde keinesfalls ausreichen, die 7000 Leiharbeitskräfte nicht mehr zu beschäftigen. Es gehe auch um fest beschäftigte VW-Mitarbeiter. "Wir weisen diese Meldung strikt zurück. Wir stehen fest zu unserer Stammbelegschaft", teilte VW am Donnerstag mit.

Wie viele und welche Arbeitsplätze tatsächlich gestrichen werden müssten, hänge auch von der Reaktion der Kunden auf den Skandal um manipulierte Abgaswerte ab, heißt es im Konzern.

Markenchef will Produktivität in allen Bereich um 10 Prozent erhöhen

Herbert Diess hatte sein Amt als Chef der Marke VW im Juli 2015 angetreten. Er soll die schon in den vergangenen Jahren trotz hoher Verkaufszahlen leicht kriselnde Marke deutlich profitabler machen. Der Konzern hatte angekündigt, VW werde 2018 eine operative Umsatzrendite von 6 Prozent erzielen. Ließe Diess die Dinge allerdings einfach weiterlaufen wie aktuell, fehlten 2018 laut Prognosen der VW-Finanzer acht bis neun Milliarden Euro zu diesem Ziel. Vorstandschef Matthias Müller stütze den Sparkurs deshalb, heißt es in Konzernkreisen.

Diess will die Effizienz bei VW nach Informationen des manager magazins in allen Bereichen um 10 Prozent erhöhen, in den Werken genauso wie in den anderen Bereichen Verwaltung, Entwicklung oder Vertrieb. Spätestens im Frühsommer werde der Markenchef dabei auch massiv an die Arbeitsplätze herangehen, berichten VW-Manager. Beginnen werde er seine Sparoffensive wahrscheinlich in den Komponentenwerken. VW baut in Deutschland unter anderem Motoren, Getriebe und Achsen für die eigenen Modelle und andere Konzernmarken.

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