Donnerstag, 21. September 2017

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Abspaltungspläne im Volkswagen-Konzern Von diesen Töchtern könnte sich VW bald trennen

VW Golf vor dem Werk in Wolfsburg: Konzernchef Matthias Müller will Unternehmensteile verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft zählen

Wenige Tage vor Beginn der Frankfurter Automesse IAA lässt Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller die Autowelt aufhorchen: In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" erläuterte Müller - nach wie vor eher vage - die Verkaufspläne bei Europas größtem Autohersteller.

Volkswagen plant die Trennung von Konzernbereichen, die laut Ansicht der Volkswagen-Strategen nicht länger zum Kerngeschäft gehören. Die zum Verkauf stehenden Konzernteile stünden für ein Fünftel des Volkswagen-Konzernumsatzes von zuletzt 217 Miliarden Euro, erklärte Müller gegenüber der Zeitung. Schon seit Jahren fordern Investoren, sich von größeren Bereichen wie etwa Volkswagen Trucks oder der Premiumtochter Audi zu trennen. "Wir lassen uns von keinem diktieren, welche Entscheidungen wir treffen sollen", so Müller.

Tatsächlich aber diskutieren die VW-Vorstände seit Monaten darüber, von welchen Teilen oder Marken sich der Konzern demnächst lösen könnte. manager magazin berichtete beispielsweise bereits in seiner August-Ausgabe vom Stand der Verkaufspläne: Der seit längerem erwogene Verkauf des Motorradherstellers Ducati, der formell zur Konzernmarke Audi gehört, ist vorerst vom Tisch. Denn der Plan, der wohl 1,5 Milliarden Euro in Volkswagens Kassen gespült hätte, scheiterte am Widerstand des Betriebsrats.

Beweglich ist dagegen die Zukunft von Volkswagens Nutzfahrzeugsparte Truck and Bus: Die hat sich beim amerikanischen Truckhersteller Navistar eingekauft und Anfang März rund 17 Prozent an Navistar übernommen. Bei der Hauptversammung Mitte Mai sagte Müller, die Partnerschaft mehr sei als eine Kapitalbeteiligung. Es gehe auch um eine enge Zusammenarbeit bei Kernkomponenten wie Motoren, um einen gemeinsamen Einkauf - und die Zusammenarbeit etwa im Bereich autonomes Fahren.

Betriebsräte leisten Widerstand

Laut VWs Truck-Vorstand Andreas Renschler, der viele Jahre lang Daimlers Lkw-Sparte leitete, soll diese strategische Allianz Vorteile für alle drei Truck-Marken des Volkswagen-Konzerns bringen: "Wir entwickeln den Motor. Aber wir entwickeln ihn für alle. Für MAN. Für Scania. Und jetzt auch für Navistar," erklärte er im März gegenüber manager-magazin.de.

Nicht zum Kerngeschäft in VWs Nutzfahrzeug-Portfolio zählt etwa der Bau von Großmotoren für den Einsatz in Schiffen oder Kraftwerken, wie sie die MAN-Einheit Diesel & Turbo herstellt. Oder die MAN-Tochter Renk. Sie stellt etwa Getriebe für Kettenfahrzeuge, Schiffe oder Turbinen her.

Den Verkauf dieser beiden MAN-Töchter torpedierten bislang die Arbeitnehmervertreter. "Die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat von Volkswagen wird weder dem Verkauf von Ducati noch dem von Renk oder MAN Diesel & Turbo zustimmen", sagte ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrats Ende Juli und bekräftigte diesen Freitag seine Sicht: "Unsere Position ist hinlänglich öffentlich bekannt. An dieser hat sich nichts verändert und wird sich nichts verändern."

Unverdrossen will VW-Finanzchef Witter den Aufsichtsrat wohl bald über ein ganzes Paket von Töchtern und Vermögenswerten abstimmen lassen, die der Konzern in den kommenden vier Jahren verkaufen könnte. Auch ein Teilbörsengang der Nutzfahrzeugsparte soll eine mögliche Option sein, wie manager magazin in seiner August-Ausgabe berichtete.

Wie so etwas organisatorisch möglich wäre, macht der Autohersteller Daimler vor. Die Stuttgarter wollen sich spätestens zur Hauptversammlung 2019 eine neue Struktur verpassen und die Daimler AG in eine Holding umwandeln. Vorgesehen seien dabei drei Unternehmensteile, berichtete manager magazin vor kurzem: Mercedes Benz samt Lieferwagen, Lkw und Mobilitätsdienstleistungen. Mit dieser Struktur wären auch Teilbörsengänge einzelner Sparten möglich.

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