Mittwoch, 24. Januar 2018

1. Verhandlung zu Haustarifvertrag ohne Ergebnis "VW redet wirtschaftliche Entwicklung klein"

Sind sich kein Stück näher gekommen: VW-PKW-Personalchef Martin Rosik (l.) und der Beziksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger (rechts)

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für rund 130 000 VW-Beschäftigte ist ergebnislos geblieben. "Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger, am Montag nach dem Treffen in Hannover. "Das Unternehmen redet die eigene wirtschaftliche Entwicklung klein und verweist auf globale Risiken."

Ein konkretes Angebot habe VW nicht vorgelegt. Die Gewerkschaft fordert 6 Prozent mehr Lohn, mehr Geld für die Altersvorsorge sowie eine Garantie für den Erhalt von Ausbildungsplätzen.

VW-Verhandler Martin Rosik verwies auf große Investitionen in Zukunftstechnologien, die zum Erhalt von Arbeitsplätzen nötig seien: "Und dazu müssen wir einen disziplinierten Tarifabschluss hinbekommen." Am 11. Januar sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Der Entgelttarifvertrag bei VW läuft am 31. Januar kommenden Jahres aus. Der VW-Haustarif gilt als größter Firmentarifvertrag der deutschen Privatwirtschaft.

Volkswagen Börsen-Chart zeigen hatte Ende Oktober starke Quartalszahlen vorgelegt - trotz Umbau und Abgasskandal. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen lag im dritten Quartal bei 4,3 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Abzüglich weiterer Rückstellungen für "Dieselgate" blieb operativ immer noch ein Ergebnis von 1,7 Milliarden Euro, auch das war mehr als von Experten erwartet

Rei/dpa-afx

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH