Freitag, 25. Mai 2018

Volkswagen und Daimler melden Engpässe Gefangen in der deutschen Elektroauto-Produktionshölle

Gläserne Manufaktur in Dresden: Hier entsteht der E-Golf - in kleinen Stückzahlen
Volkswagen AG
Gläserne Manufaktur in Dresden: Hier entsteht der E-Golf - in kleinen Stückzahlen

In Sachen E-Golf geht bei Bernd Glathe derzeit gar nichts mehr. Wenn Kunden nach dem Elektroauto von Volkswagen Börsen-Chart zeigen fragen, muss der Chef des Hamburger Autohändlers Wichert passen.

Nicht bestellbar sei der Wagen für ihn, weil vergriffen, sagt Glathe und findet das "unglücklich". Seit Monaten wachse das Interesse an Elektroautos gerade bei Gewerbekunden, doch nun sind die Fahrzeuge kaum lieferbar.

Wie Glathe geht es derzeit vielen Autohändlern in Deutschland. Angesichts von Diesel-Krise und Subventionen ist die Nachfrage nach Elektroautos spürbar angestiegen. Blamabel allerdings: In diesem lange herbeigesehnten Moment kommen die Hersteller mit der Produktion nicht hinterher.

US-Vorreiter Tesla Börsen-Chart zeigen schmort offenbar nicht allein in der Elektroauto-"Produktionshölle". So hat dessen Chef Elon Musk die Schwierigkeiten mit dem Bau des Massenmarkt-Elektroautos Model 3 bezeichnet. Betroffen sind - auf andere Art und Weise - auch etablierte deutsche und internationale Autobauer, deren Manager Teslas Anstrengungen mitunter belächeln. Für die Lieferengpässe tragen die Unternehmen überwiegend selbst die Verantwortung, wie Recherchen von manager-magazin.de ergeben - auch wenn sie es nicht immer wahr haben wollen.

So hat die Daimler Börsen-Chart zeigen-Tochter Smart unlängst eingestanden, dass Käufer bis zu ein Jahr auf ihr Fahrzeug warten müssen. "Der Anstieg in der Nachfrage entwickelt sich viel stärker und noch schneller, als wir das hätten erwarten und mit unseren Lieferanten planen können", sagte Smart-Chefin Annette Winkler.

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter

Über zu wenig Fahrzeuge vom Typ Ioniq Elektro verfügen offenbar die Händler des Importeurs Hyundai Börsen-Chart zeigen - von ebenfalls einem Jahr Wartezeit berichtet das Magazin "Edison". Nur etwas besser sieht es demnach bei Renault Börsen-Chart zeigen mit sieben bis acht Monaten Lieferfrist für den Zoe aus. Kunden von BMW Börsen-Chart zeigen (i3) und Tesla (Model S, Model X) müssten sich hingegen nur drei bis vier Monate gedulden.

Was ist da plötzlich los?

Seit Jahren verzweifeln Politiker, Umweltschützer und Autohersteller an der Frage, wie sich mehr Elektroautos auf abgasgeplagte deutsche Straßen bringen lassen. Eine Million sollten es bis 2020 werden - ein Ziel, das die Bundesregierung später faktisch einkassierte. Schuld an der Misere trügen die skeptischen Kunden, hieß es bei Herstellern hinter vorgehaltener Hand.

Seite 1 von 3

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH