Montag, 23. Juli 2018

Börsenpläne für Traton Group VW hofft auf mehr als 6 Milliarden Euro Erlös

Die Lkw-Marken der Volkswagen AG wachsen zusammen: Der Konzern strebt den Börsengang im Sommer 2019 an. Der Aufsichtsrat muss den Börsenplänen noch zustimmen

Volkswagens Truck-Vorstand Andreas Renschler hat erstmals die gewünschten Einnahmen aus dem möglichen Börsengang seiner Sparte beziffert. Geplant ist der Börsengang derzeit für den Sommer 2019, zunächst müsste aber noch der Aufsichtsrat der Volkswagen AG zustimmen. Rund 25 Prozent der Anteile sollen verkauft werden. Auf die Frage, ob er gegebenenfalls tatsächlich mit rund 6 Milliarden Euro rechne, sagte Renschler dem manager magazin (Erscheinungstermin: 22 Juni): "Das dürfte gern ein bisschen mehr sein."

Auch um Verwechslungen am Kapitalmarkt zu vermeiden, soll die Lkw- und Bus-Sparte künftig Traton Group heißen. Der neue Name bezieht sich auf Begriffe wie Tradition, Transformation und Tonnen.

Nach der RWE-Abpaltung Innogy 2016 und der Siemens-Medizintechnik Healthineers im Frühjahr 2018 wären die Volkswagen-Trucks der dritte milliardenschwere Börsengang in Deutschland innerhalb weniger Jahre. In der Lkw-Gruppe sind die Marken Scania, MAN, Volkswagen Brasilien und Rio zusammengefasst. Derzeit hält der Konzern an Traton noch 100 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 81.000 Menschen und setzte 2017 knapp 24 Milliarden Euro um.


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Renschler sagte dem manager magazin weiter, der genaue Zeitpunkt eines Börsengangs hänge wie die Höhe der gegebenenfalls zum Verkauf angebotenen Anteile auch von der Stimmung am Finanzmarkt ab. Volkswagen hat die Lkw-Sparte im Juni in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und damit kapitalmarktfähig gemacht. Für Herbst sei dann die zweite Wandlung in eine Aktiengesellschaft europäischen Rechts (SE) geplant, sagte Renschler. Die Einnahmen aus einem Aktienverkauf flössen zwar an den Eigentümer Volkswagen. Aber der Konzern könne die Eigenkapitalstruktur der Tochter schon vor einem Verkauf von Anteilen stärken.

Andreas Renschler

Den Aufsichtsrat der Volkswagen-Tochter führt Hans Dieter Pötsch. Pötsch führt auch den Aufsichtsrat des Gesamtkonzerns. Die Fraktion der Arbeitnehmer in dem Kontrollgremium führt Betriebsratschef Bernd Osterloh an. Ein Börsengang sei auch dazu gedacht, die weitere Expansion der Sparte zu erleichtern, sagte Renschler dem manager magazin. Verantwortlich für die Finanzen des Konzerns ist künftig Christian Schulz. Schulz, genau wie Renschler von Daimler zu Volkswagen gewechselt, ersetzt den auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Matthias Gründler.

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