Mittwoch, 21. November 2018

Prevent will Preise verzehnfachen, VW will kündigen Im Streit zwischen VW und Zulieferer-Rambo Prevent sieht Gericht keinen Grund zur Eile

Prevent: Preise für VW verzehnfacht, Kündigung nicht akzeptiert

Im Streit um gekündigte Verträge zwischen Volkswagen und einem Zulieferer der Prevent-Gruppe ist eine inhaltliche Entscheidung vertagt worden. Das Landgericht Dortmund wies am Mittwoch einen Antrag auf einstweilige Verfügung der Prevent-Tochter TWB mit Sitz in Hagen gegen VW und die Konzerntochter Audi ab.

Die Richter sahen keinen Grund, hier per Eilverfahren zu entscheiden, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. Bis zum Kündigungsstichtag Ende März 2019 sei noch genug Zeit.

VW wirft dem Hersteller von Sitzlehnen eine unangemessene Preiserhöhung vor und hat die Verträge gekündigt - auch für die Töchter Audi, Seat und Skoda. Dagegen wollte Prevent TWB mit einer einstweiligen Verfügung vorgehen.

Prevent: Der Rambo-Zulieferer greift wieder an

Für die Streitigkeiten zwischen Prevent mit Seat und Skoda sei man in Dortmund zudem örtlich nicht zuständig, entschieden die Richter am Mittwoch. So sei bei der Auseinandersetzung mit Seat ein Gericht in Barcelona zuständig. Im Fall von Skoda verwies das Landgericht Dortmund die Klage weiter an die Kollegen in Hannover.

Hintergrund ist ein schon lange schwelender Streit zwischen dem Autoriesen Volkswagen und dem bosnischen Zulieferer Prevent. Jahrelang hat VW seinen Zulieferern die Preise diktiert, nun versucht Prevent, den Spieß umzudrehen.

Der Streit hat nach Informationen von manager-magazin.de längst auch die oberen Führungsetagen in Wolfsburg erreicht und dürfte zumindest dazu beigetragen haben, dass einem mächtigen Einkaufsmanager wohl der Aufstieg in den Konzernvorstand verwehrt bleibt. Der aktuelle Zoff hat eine lange Vorgeschichte - alles Wichtige zum Streit zwischen Volkswagen und Prevent lesen Sie hier.

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