Mittwoch, 12. Dezember 2018

Zulieferstreit geht weiter Jetzt streiten VW und Prevent in Brasilien vor Gericht

Volkswagen verliert Marktführerschaft: Die Lieblingsautos der Brasilianer
DPA/ Volkswagen

Der Zulieferstreit zwischen Volkswagen und Prevent in Deutschland ist beigelegt. VW musste wohl Zugeständnisse machen, auf Schadenersatz verzichten die Parteien. In Brasilien aber ziehen sie vor Gericht. Wegen des Streits seien dort 130.000 Autos nicht produziert worden.

Auch nach der Einigung zwischen Volkswagen und zwei Lieferanten in Deutschland geht der Streit mit der Prevent-Gruppe in Brasilien weiter. Die dortige Tochter des Autobauers erklärte am Dienstag (Ortszeit), der seit Monaten anhaltende Konflikt werde vor Gericht geklärt werden müssen. Seit März 2015 sei die Fertigung von etwa 130.000 Fahrzeugen in drei Werken ausgefallen.

In Deutschland hatte sich Volkswagen mit zwei Prevent-Unternehmen nach einem 20-stündigen Verhandlungsmarathon auf ein Ende eines Lieferstreiks verständigt. Dieser hatte zu Produktionsausfällen in mehreren VW-Werken geführt.

Volkswagen kann seine Produktion wieder hochfahren: Nach einem tagelangen Lieferstopp wichtiger Bauteile konnte sich der Autokonzern am Dienstag mit den beiden Zulieferern einigen. Die Belieferung werde "kurzfristig" aufgenommen, teilten beide Seiten mit.

Die Einigung erfolgte nach stundenlangen, teils nächtlichen Verhandlungen. Zu Details äußerten sich beide Seiten offiziell nicht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe) allerdings musste der Automobilriese den Lieferfirmen Zugeständnisse machen und unter anderem die Kündigung einer umfangreichen Kooperation teilweise zurücknehmen. Diese Kündigung hatte den nun beendeten Lieferstopp ausgelöst. Volkswagen und Prevent verzichten demnach außerdem gegenseitig auf Schadenersatzansprüche.

Zudem bleiben dem Bericht zufolge die beiden Firmen der Unternehmensgruppe Prevent, die VW bestreikten, bei dem Autokonzern weitere mindestens sechs Jahre lang im Geschäft. Ein Konzernsprecher wollte den Bericht der "Süddeutschen" auf Anfrage nicht kommentieren und verwies auf das vereinbarte Stillschweigen.

rei mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH