Samstag, 2. Juli 2016

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Medienbericht über US-Strategie der Wolfsburger VW muss in den USA 115.000 Autos zurückkaufen

In den USA wird Volkswagen betroffenen Kunden den Rückkauf der Fahrzeuge anbieten

Das Gerücht kursiert schon länger, jetzt scheint sich eine Teillösung im VW-Abgasskandal herauszuschälen: Volkswagen geht davon aus, in den USA nach den Abgas-Manipulationen rund 115.000 oder der rund ein Fünftel der betroffenen Autos zurückkaufen zu müssen.

Die Besitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder über einen Umtausch deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ohne Nennung von Quellen.

Bei den übrigen Autos in den USA gehe man bei VW davon aus, dass größere Umrüstungen mit hohen Materialkosten und langen Werkstatt-Zeiten notwendig seien. Teile des sogenannten Abgas-Strangs müssten neu konstruiert und zugelassen werden.

Bei Volkswagen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar.

Die Zeitung berichtete zudem, dem Aufruf des Vorstands, sich zu melden, wenn man etwas über die Abgas-Manipulationen wisse, seien knapp 50 Mitarbeiter gefolgt. Darunter seien Sachbearbeiter, aber auch eine Abteilungsleiter, schrieb das Blatt unter Berufung auf einen Konzernsprecher. Die Mitarbeiter würden nun nach und nach befragt und die Erkenntnisse daraus ausgewertet.

In Europa bietet Volkswagen keine Rückkäufe von Fahrzeugen an, die Wolfsburger werden die 8,5 Millionen betroffenen Fahrzeuge in Werkstätten reparieren. Da die Grenzwerte für den Stickoxid-Ausstoß in Europa weniger streng sind als in den USA, lassen sich die Fahrzeuge mit vergleichsweise geringem Aufwand so umrüsten, dass sie die Grenzwerte einhalten.

In Deutschland und vielen europäischen Ländern starten die Rückrufe noch im Januar. Zuerst werden Fahrzeuge mit Zweiliter-Turbodieselmotoren in die Werkstätten beordert. Sie erhalten ein Software-Update, das rund 30 Minuten dauern soll. Als nächstes sind die 1,2-Liter-TDI-Motoren an der Reihe. Ab Juli kommen dann Fahrzeuge mit 1,6-Liter-Turbodieselmotoren auf den Prüfstand. Bei diesen wird zusätzlich zu einem Software-Update ein kleines Gitternetz hinter dem Luftfilter eingebaut, das die Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte sicherstellen soll.

rei/wed/reuters

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