Montag, 22. Oktober 2018

Umbau im Volkswagen-Vorstand VW kündigt "mögliche Veränderungen" im Vorstand an - Herbert Diess Favorit als Nachfolger von VW-Chef Müller

Herbert Diess, Matthias Müller (links): VW-Markenchef Diess ist Favorit für die Müller-Nachfolge
picture alliance / Rainer Jensen
Herbert Diess, Matthias Müller (links): VW-Markenchef Diess ist Favorit für die Müller-Nachfolge

Bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen steht ein Wechsel an der Konzernspitze bevor. Am Freitag wird der VW-Aufsichtsrat über einen Umbau im Vorstand beraten. Die Tage von Matthias Müller als VW-Chef scheinen gezählt. Favorit für die Nachfolge Müllers als VW-Chef ist nach Informationen von manager magazin Online VW-Markenchef Herbert Diess.

Volkswagen hatte am Dienstag selbst per ad-hoc-Mitteilung angekündigt, dass der Vorstand bald umgebaut und "personell verändert werden könnte". In der Mitteilung von VW war von einer möglichen "Weiterentwicklung der Führungsstruktur im Volkswagen Konzern" die Rede, die auch "personelle Veränderungen im Vorstand" nach sich ziehen könnten.

Die Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern könnte außerdem mit Änderungen bei den Ressortzuständigkeiten verbunden sein, hieß es weiter. "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören", hieß es in der Mitteilung. Auf Grundlage dieser Überlegungen führe der Vorsitzende des Aufsichtsrats Hans Dieter Pötsch derzeit Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands. Vorstandschef Matthias Müller habe "seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken".

Derzeit sei laut der Mitteilung aber noch offen, ob die Erwägungen und Gespräche zu personellen Veränderungen im Vorstand von Volkswagen führen werden.

An der Börse reagierten die Anleger auf den möglichen Umbau bereits mit Käufen: Die Aktie von Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen baute ihre Gewinne zuletzt auf rund 4 Prozent aus. Die Entscheidung über eine mögliche Ablösung Müllers durch Diess kann bereits am Freitag während der Sitzung des VW-Aufsichtsrats fallen.

Umbau bei VW ist schon länger ein Thema

Bei Volkswagen ist der interne Umbau seit langem ein Thema, der riesige Konzern kämpft mit komplexen Strukturen und will den einzelnen Marken und Regionen mehr Verantwortung geben. Außerdem erfordern die Elektromobilität und die Vernetzung viele Veränderungen, der Konzern investiert hier bereits Milliarden.

Zeitgleich mit Volkswagen ging die Muttergesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei der Porsche SE führen könnten.

Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

Müllers Vertrag läuft bis 2020 - seit 2015 Nachfolger von Winterkorn

Müller hatte dem "Spiegel" gesagt, aus seiner Sicht müsse das oberste Management von Volkswagen "weiblicher, jünger und internationaler" werden. "Das ist ein riesiges Problem des Konzerns. (...) Ich würde auf jeden Fall gerne mit dem Aufsichtsrat diskutieren, wie der Konzern nach meiner Zeit geführt werden soll und von wem."

Müller ist 64 Jahre alt, sein Vertrag endet regulär 2020. Er war im Herbst 2015 an die Spitze von Volkswagen gekommen, nachdem Vorgänger Martin Winterkorn im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Abgasskandals in den USA zurückgetreten war.

VW-Aufsichtsrat berät am Freitag über Chefwechsel

Der Aufsichtsrat von Volkswagen trifft sich nach Informationen aus Unternehmenskreisen an diesem Freitag, um über mögliche Veränderungen der Führungsstruktur zu beraten. Ein Thema werde dabei auch der Konzernumbau sein, sagten zwei Personen mit Kenntnis der Beratungen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

VW-Chef Matthias Müller: "Matthias Müller hat seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken"

Volkswagen hatte zuvor mitgeteilt, der Konzern erwäge eine Weiterentwicklung seiner Führungsstruktur, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand verbunden wäre. Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören.

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