Freitag, 22. März 2019

VW-Marke Moia startet Shuttledienst in Hamburg So will VW den Stadtverkehr mit Elektro-Shuttles umkrempeln

Elektro-Shuttlebus der Volkswagen-Mobilitätsdienstmarke Moia

Ein paar Wochen müssen sich Hamburgs Bewohner noch gedulden, dann können sie sich in Elektro-Shuttlebussen durch die Hansestadt fahren lassen - zu Preisen, die deutlich unter dem Preis einer herkömmlichen Taxifahrt liegen werden. Im April will Volkswagen den öffentlichen Betrieb seines Shuttle-Service Moia starten. Zum Start kommen 100 Elektro-Kleinbusse zum Einsatz. Binnen eines Jahres soll die Flotte auf 500 Fahrzeuge anwachsen, erklärten Moia-Topmanager und Vertreter der Stadt Hamburg in der Hansestadt.

Der Dienst werde der wohl weltweit größte dieser Art mit reinen Elektrofahrzeugen, kündigte Moia-Chef Ole Harms selbstbewusst an. Getestet hat Moia seinen Shuttledienst bislang in kleinerem Rahmen in Hannover. Mit dem Feldversuch in Hamburg will Moia den Dienst für den weltweiten Einsatz fertigentwickeln - und dabei einiges anders machen als bisherige Ridesharing- oder Taxidienst-Anbieter wie Uber, Clevershuttle oder MyTaxi.

So buchen Kunden den Moia-Fahrservice

Buchen lassen sich die Moia-Fahrten wie bei der Konkurrenz ausschließlich per App. Nutzer geben per Handy ihren Abfahrtsort und das gewünschte Fahrziel ein. Um in ein Moia-Shuttle einzusteigen, müssen sie jedoch kurz zu einer von tausenden "Haltestellen" gehen, die auf der Karte der App verzeichnet sind.

Die Software erkennt, welche Nutzer zu einem ähnlichen Fahrziel wollen und bündelt solche Fahrten entsprechend. Im gerufenen Shuttle können also bereits Passagiere sitzen, die während der Fahrt aussteigen - oder weitere Fahrgäste steigen zu.

Die Fahrt kann deshalb für einen einzelnen Passagier etwas länger dauern als eine herkömmliche, direkte Taxifahrt. Dafür ist die Fahrt im Moia-Shuttle aber günstiger. Laut Moia soll der durchschnittliche Preis für eine rund sechs Kilometer lange Fahrt zwischen sechs und sieben Euro liegen. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich zunächst fast über das gesamte Stadtgebiet nördlich der Elbe und umfasst 10.000 virtuelle Haltestellen.

VW stellt Moia-Fahrer fest an

Enges Zusammenrücken auf der Hinterbank mit Fremden müssen die Passagiere bei Moias Ridesharing-System aber nicht befürchten. Moia setzt Kleinbusse mit Elektroantrieb ein, die von Volkswagens Nutzfahrzeugsparte entwickelt wurden und im Werk Osnabrück gefertigt werden. Außen wirken die goldgelb-schwarz lackierten, über zwei Meter hohen Personentransporter etwas klobig, aber durchaus futuristisch. Innen thronen auf Holzfußboden sechs Einzelsitze mit hellem Lederbezug - das wirkt modern, aber auch recht nüchtern.

Der Einstieg in die Kleinbusse fällt wegen der Batterie im Unterboden recht hoch aus. Behindertengerecht ist das noch nicht. Man arbeite daran, etwa auch Rollstuhlfahrern die Benutzung zu erleichtern, heißt es dazu von Moia.

Anders als etwa der Fahrdienst Uber wird Moia in seinen Shuttlebussen ausschließlich festangestellte Fahrer einsetzen, die wie bei Taxis einen Personenbeförderungsschein haben. Zudem müssen die Fahrer ein einwandfreies Führungszeugnis haben und sollen laut Moia-Angaben regelmäßig geschult und getestet werden.

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