Samstag, 23. Juli 2016

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Folgen Abgasskandal Volkswagen-Chef Müller will Vorstandsboni beschneiden

"Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten": Auch die Manager der gewinnträchtigen Töchter Audi und Porsche sollen für das laufende Jahr weniger Boni erhalten, ist VW-Chef Müller überzeugt

Im ganzen Volkswagen-Konzern sollen die Boni für das laufende Jahr wegen Abgasskandals geringer ausfallen. Dafür hat sich Konzernchef Matthias Müller ausgesprochen. "Es ist klar, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen, auf allen Ebenen, vom Vorstand bis zum Tarif-Mitarbeiter. Auch hier muss die Unternehmensspitze Vorbild sein", sagte Müller der "Wirtschaftswoche".

Das gelte auch für die Konzerntöchter Audi und Porsche, die für einen Großteil des Konzerngewinns stehen. "Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten." Auf wie viel er selbst verzichten will, sagte Müller nicht. Der VW-Vorstand hatte bereits angekündigt, über einen Verzicht auf Bonuszahlungen nachdenken zu wollen.

Der Bonus bei VW ergibt sich proportional zur wirtschaftlichen Leistung des Unternehmens. Angesichts der immensen Kosten nach der Manipulation von Abgastests für Dieselfahrzeuge dürfte der Gewinn von VW im Jahr 2015 deutlich geringer ausfallen.

Auch die rund 120.000 Mitarbeiter im Haustarifvertrag von Volkswagen müssen als Folge des Abgasskandals wohl auf eine Bonuszahlung verzichten. Das hatte bereits VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh angekündigt.

Normalerweise werden im Frühjahr 10 Prozent des operativen Gewinns der Pkw-Kernmarke auf die Haustarif-Beschäftigten aufgeteilt. Er erwarte aber im Gegenzug vom Vorstand, dass auch dessen Mitglieder bei ihren Bonuszahlungen deutlich zurückstecken, hatte Osterloh gesagt.

rei/dpa

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