Donnerstag, 30. Juni 2016

Neue Enthüllung in Volkswagens Dieselgate VW-Markenvorstand sprach schon im Mai 2014 über US-Probleme

Drastischer Umbau: Die neue Führungsspitze von Volkswagen
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REUTERS

Führende Manager des Volkswagen-Konzerns waren schon früher über drohende Abgasprobleme in den USA informiert als bislang bekannt. Der Vorstand der Marke VW habe das Thema bereits im Frühjahr 2014 diskutiert, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 23. Oktober). Das gehe aus dem Protokoll der Vorstandssitzung hervor.

Dem knapp gehaltenen Papier zufolge erörterte das vom damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn geführte Gremium einen Brief der US-Umweltbehörde EPA. Die Vorstände hätten auch schon über die Notwendigkeit eines Rückrufs beraten, heißt es in Konzernkreisen. Volkswagen wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Inzwischen ist bekannt, dass der Konzern weltweit manipulierte Dieselmotoren einsetzte. VW zufolge sind mindestens elf Millionen der betroffenen Aggregate verkauft worden. Deren Motorsteuerung erkennt, wenn das Fahrzeug auf einem Prüfstand getestet wird. Die Einstellungen werden dann automatisch so geändert, dass die Autos die Richtwerte während der Tests einhalten. Im normalen Straßenbetrieb jedoch emittieren die betroffenen Modelle deutlich zu viel Stickoxid. Von den Manipulationen sei in dem Protokoll nicht die Rede, berichtet das manager magazin weiter.


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Dem Markenvorstand gehörten damals neben Winterkorn unter anderen der inzwischen suspendierte Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer, Personalvorstand Horst Neumann und der kürzlich ausgeschiedene Vertriebsvorstand Christian Klingler an. Die amerikanische Umweltbehörde hatte das Unternehmen im Frühjahr 2014 informiert, dass VW-Dieselmodelle die US-Richtwerte für den Ausstoß von Stickoxid überschreiten. Volkswagen hatte daraufhin tatsächlich im Dezember einen Rückruf gestartet. Bei anschließenden Tests überschritten die Dieselmodelle jedoch weiter deutlich die Richtwerte.

Um die Gunst der Verbraucher nicht zu verlieren, plant der neue Konzernchef Matthias Müller jetzt eine Art Vertrauensausschuss. Das Gremium, intern als Kommission für "Customer Care" diskutiert, solle sich unbürokratisch und schnell um die Probleme und Fragen einzelner Kunden kümmern, berichet das manager magazin.

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