Montag, 16. Juli 2018

Netz von Extrem-Ladesäulen in USA So will VW Teslas Supercharger-Monopol knacken

Superschnellladesäulen der von Electrify America
Electrify America
Superschnellladesäulen der von Electrify America

Geplantes Ladenetz von VW in den USA
Electrify America
Geplantes Ladenetz von VW in den USA

Volkswagen Börsen-Chart zeigen legt in den USA mit dem Aufbau seines Netzes von extrem schnellen Elektroauto-Ladesäulen los und kooperiert dabei mit der Supermarktkette Walmart Börsen-Chart zeigen . Damit machen die Wolfsburger Platzhirsch Tesla Börsen-Chart zeigen sein Supercharger-Monopol streitig, zumal die Technologie deutlich leistungsfähiger als die der Kalifornier ist.

Der vom Abgasskandal geplagte Konzern erfüllt so auch Auflagen der US-Umweltbehörden. Diese verlangen als Konsequenz des Abgasskandals, dass VW zwei Milliarden Dollar in den Aufbau eines solchen Netzes steckt, damit sich emissionsfreie Fahrzeuge in den USA schneller durchsetzen.

Volkswagen präsentierte in dieser Woche die vergleichsweise schlank anmutenden Ladesäulen von vier Herstellern, die E-Autos mit bis zu 350 Kilowatt aufladen sollen. Eine derartige Leistung bedeutet, das ein Batteriewagen in zehn Minuten Strom für etwa 330 Kilometer zapfen kann.

Bisher ist allerdings noch kein Auto auf dem Markt, dass eine derart hohe Ladeleistung verkraftet. Zahlreiche Modelle sind jedoch geplant, etwa der Porsche Mission E.

Teslas Supercharger bringen es meist nur auf 120 Kilowatt, was gut 100 Kilometern Reichweite bei einem zehnminütigen Tankvorgang entspricht. Damit sind die Kalifornier derzeit aber führend. Finanziell spielt ihnen zudem in die Karten, dass Autos anderer Hersteller nicht an den Tesla-Superchargern laden können.

Bis Mitte 2019 will VW 2000 derartiger Ladesäulen aufstellen. Sie sollen sich auf 484 Standorte verteilen. Tesla unterhielt Ende 2017 bereits 443 Standorte mit Superchargern in den USA - Tendenz stark steigend.

Für Volkswagens Expansionspläne spielt der Handelsriese Walmart eine entscheidende Rolle. An 100 Standorten sollen Supermarkt-Kunde ihre Elektroautos künftig mit VW-Hilfe aufladen können.

Manche VW-Konkurrenten sehen die Pläne kritisch

Manche VW-Konkurrenten sehen die Pläne indes kritisch. So hatte Ford bereits im vergangenen Jahr zu Protokoll gegeben, es sei fragwürdig, "wenn ein Autobauer kritische Infrastruktur für die Elektrifizierung des Autoverkehrs kontrolliert".

Zwar könne Autos aller Hersteller an den Säulen laden. BMW bemängelte dennoch, VW habe durch die Abgas-Strafe letztlich "einen Wettbewerbsvorteil erlangt". Dieser bestehe vor allem darin, täglich die Ladevorgänge und Zahlungsströme zu kontrollieren.

Jedenfalls sieht BMW sich inzwischen gezwungen nachzuziehen. Die Münchener ziehen nun ebenfalls ein Schnellladenetz in den USA hoch - zusammen mit dem japanischen Hersteller Nissan.

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