Sonntag, 22. April 2018

Partnerschaft mit Toyota-Tochter Hino Motors VW-Truck-Chef Andreas Renschler bastelt am Global Champion

Hino-Motors-Chef Yoshio Shimo und der Chef der Volkswagen-Sparte Truck & Bus, Andreas Renschler, haben eine enge Allianz besiegelt

Volkswagen und der japanische Lkw-Bauer Hino Motors gehen nach Informationen von manager-magazin.de eine enge strategische Allianz ein. Die Allianz sieht eine Kooperation unter anderem bei Umwelttechnologien, Elektrofahrzeugen, Absatz- sowie Produktionsnetzwerken vor.

An eine gegenseitige Beteiligung ist nicht gedacht, erfuhr manager-magazin.de aus Konzernkreisen. Die Allianz gilt in dem Konzern als weiterer Schritt auf dem Weg zum Ziel, ein globaler Champion im Nutzfahrzeuggeschäft zu werden, der dann etwa Daimler Paroli bieten soll. Volkswagen bestätigte am Morgen die Kooperation mit einer Mitteilung.

Der Volksagen-Rivale Toyota ist mehrheitlich an Hino mit 50,1 Prozent beteiligt. Hino gilt als führender Nutzfahrzeughersteller mit starker Präsenz in Asien und auf dem japanischen Markt. Das Unternehmen beliefert mehr als 80 Länder und Regionen, darunter die USA.

Der ehemalige Daimler-Manager und jetzige Volkswagen-Truck-Chef Andreas Renschler hatte in den vergangenen drei Jahren nicht nur die beiden selbstbewussten Lkw-Töchter MAN und Scania enger miteinander verzahnt. Unter Renschler hat sich VW Trucks auch mit knapp 20 Prozent an dem US-amerikanischen Lkw-Hersteller Navistar beteiligt. In China wiederum will Renschler die Zusammenarbeit mit Sinotruk weiter ausbauen - MAN hält hier eine 25-Prozent-Beteiligung.

MAN und Scania bilden zusammen mit dem Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien und der Digitalfirma Rio die VW-Sparte Truck & Bus. Womöglich heute schon, heißt es in den Konzernkreisen, könnte der Aufsichtsrat die Umwandlung der Truck & Bus GmbH in eine kapitalmarktfähige AG beschließen und damit die grundlegende Voraussetzung für einen möglichen Börsengang schaffen.

Eine mögliche Erstnotiz könnte Anfang kommenden Jahres erfolgen. Bislang hat der Konzern einen Börsengang der Truck-Sparte immer nur als Option bezeichnet.

Sitz der neuen Truck & Bus AG soll nach Informationen von manager-magazin.de München werden. Die VW Nutzfahrzeuge (unter anderem Caddy bis Crafter) sollen nicht Teil der Truck & Bus AG sein. Anderen Berichten zufolge sollen bei einem möglichen Börsengang der Truck-Sparte bestehende Zusagen an die Beschäftigten der LkW-Töchter erhalten bleiben.

rei

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