Sonntag, 19. November 2017

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Volkswagen-Konzern hebt Gewinnprognose an VW legt "saustarke" Zahlen vor - trotz Dieselgate und Umbau

VW-USA-Modell Atlas: Auch in den USA steigen die Auslieferungen dank des Riesen-SUVs kräftig

Der wegen der Abgasmanipulationen viel gescholtene Wolfsburger Konzern präsentierte am Freitag dank Einsparungen und teils kräftig gestiegener Auslieferungen - etwa in Südamerika, Osteuropa und den USA - ein überraschend hohes Ergebnis.

Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen lag im dritten Quartal bei 4,3 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Abzüglich weiterer Rückstellungen für "Dieselgate" blieb operativ immer noch ein Ergebnis von 1,7 Milliarden Euro, auch das war mehr als von Experten erwartet.

Bei der operativen Rendite erwartet der weltgrößte Autobauer nun, dass die bisher für 2017 in Aussicht gestellte Spanne von 6,0 bis 7,0 Prozent "moderat" übertroffen wird. Den Ausblick für den Umsatz bekräftigte der Konzern. Demnach sollen die Erlöse in diesem Jahr um mehr als vier Prozent zulegen.

Trotz des guten Abschneidens hielt sich die Führungsspitze um Konzernchef Matthias Müller mit Euphorie zurück: "Das Ergebnis der ersten neun Monate gibt uns mit Blick auf das Gesamtjahr eine Menge Zuversicht", sagte Finanzchef Frank Witter. "Das ist ein starkes Fundament, auf das wir aufbauen können." Mit einer Nettoliquidität von mehr als 25 Milliarden Euro in seinem Kerngeschäft habe der Konzern zudem ein ausreichend dickes Polster, sollten sich neue Probleme auftun.

Anleger bejubelten die Zahlen. Die Volkswagen-Aktie Börsen-Chart zeigen legte um drei Prozent zu und war damit zum Wochenausklang größter Gewinner im Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen .

"Volkswagen braucht wohl extrem langen Anlauf"

Analysten führten das Gewinnplus auf die Entscheidungen früherer Jahre zurück. "Volkswagen ist ein Unternehmen, das offenbar einen extrem langen Anlauf braucht", sagte Marc-René Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg. "Wir sehen nun zunehmend die Einsparungen und den Ergebnishub aus den modularen Baukästen."

Der Konzern hatte bereits vor einigen Jahren eine Gleichteilestrategie eingeführt, von der zunehmend alle Marken profitieren. Dadurch steigt die Ertragskraft. Die lange schwächelnde Hauptmarke VW etwa verdoppelte die operative Rendite nun auf 3,8 Prozent von 1,5 Prozent vor einem Jahr.

"Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Cash-Flow so stark entwickeln würde, gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Abflüsse von 2,5 Milliarden durch Dieselgate", sagte Stefan Bauknecht, Chef-Aktienanalyst der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Management. Der Konzern habe ein enormes Potenzial, um die Effizienz zu steigern.

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