Sonntag, 4. Dezember 2016

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Großaktionär verlangt Sitz im Präsidium Katar drängt auf mehr Mitsprache bei Volkswagen

Kritisiert Volkswagen: Akbar Al Baker, Mitglied des Aufsichtsrats bei Volkswagen, fordert mehr Mitsprache für den Großaktionär Katar - über einen Sitz in dem mächtigen Präsidium des Aufsichtsrats

Lange Zeit verhielt sich das Emirat bei Volkswagen ruhig. Nun aber pocht das Scheichtum über seinen Vertreter Akbar Al Baker auf mehr Mitsprache. Immerhin: Der 17-Prozent-Anteil ist das größte Industrie-Engagements Katars.

Im Aufsichtsrat des kriselnden Autokonzerns Volkswagen bahnt sich Streit an. Der Großaktionär Katar dränge auf mehr Mitsprache, berichtet das manager magazin in seiner neuesten Ausgabe (Erscheinungstermin: 18. März). Der mit 17 Prozent der Stammaktien an Volkswagen beteiligte Staatsfonds des Emirats verlange einen Sitz im Präsidium des Aufsichtsrats, heißt es im Umfeld des Wolfsburger Unternehmens.

In diesem mächtigsten Ausschuss des Kontrollgremiums ist allerdings aktuell kein Platz frei. Und keiner der drei Vertreter der Kapitalseite dürfte seinen Sitz im Präsidium freiwillig für einen Aufsichtsrat aus Katar räumen.

Katar hatte der Porsche SE im Jahr 2009 ein aus der versuchten Volkswagen-Übernahme übrig gebliebenes Optionspaket abgenommen und so entscheidend zur Rettung Porsches beigetragen. Das Emirat wandelte die Optionen unter anderem in 17 Prozent der Stammaktien um. Einen 10-Prozent-Anteil an der Porsche SE und ein Paket VW-Vorzugsaktien hat der Staatsfonds wieder verkauft.

Im Volkswagen-Aufsichtsrat hält das Emirat zwei der zehn Sitze der Kapitalseite. Die anderen zehn Mitglieder werden von den Arbeitnehmern gestellt. Die Vertreter aus Katar haben sich in dem Kontrollgremium lange eher unauffällig verhalten.

Seit der Skandal um manipulierte Abgasemissionen Volkswagen erschüttert, verlange Katar jedoch mehr Mitsprache, heißt es aus dem Gremium. Insbesondere der im Mai 2015 in den Aufsichtsrat gewählte Akbar Al Baker habe schon häufiger kritisiert, dass die VW-Führung die Krise nicht in den Griff bekomme und dass zu viele Entscheidungen an Katar vorbei getroffen würden.

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