Samstag, 23. März 2019

Abgang der Managerin nach nur einem Jahr Hohmann-Dennhardt bekommt mehr als 12 Millionen Euro von VW

Christine Hohmann-Dennhardt bekommt zum Abschied von VW 12 Millionen Euro

Christine Hohmann-Dennhardt kassiert bei Volkswagen ab: Die Managerin, die den Autokonzern nach nur einem Jahr verlässt, bekommt nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro.

Das Engagement von Christine Hohmann-Dennhardt, die im VW-Vorstand für Recht und Integrität verantwortlich ist, kommt den Autokonzern teuer zu stehen. Die ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht soll nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro von Volkswagen erhalten.

Hohmann-Dennhardt kann mit einer solchen Summe rechnen, weil ihr neben dem Gehalt für 13 Monate Arbeit eine Abfindung in Höhe von knapp zwei Jahresgehältern zusteht. Hinzu kommt, dass der Wolfsburger Autobauer Hohmann-Dennhardt eine Entschädigung dafür zugesagt hatte, dass sie vorzeitig aus dem Vorstand von Daimler ausgeschieden war, um Anfang 2016 zu Volkswagen zu wechseln. Dabei hatte sie auf Ansprüche gegenüber ihrem Ex-Arbeitgeber in Millionenhöhe verzichtet.

In Wolfsburg sollte Hohmann-Dennhardt eine entscheidende Rolle bei der Aufarbeitung des Diesel-Skandals spielen. Bei Daimler hatte die Juristin zuvor in ähnlicher Funktion gewirkt, als der Stuttgarter Konzern nach einem Schmiergeldskandal ins Visier des US-Justizministeriums geraten waren. Ihre Verpflichtung durch VW galt als Signal dafür, dass es das Wolfsburger Unternehmen mit seinem Versprechen ernst meint, die Hintergründe des Diesel-Skandals aufklären zu wollen.

Für die vorzeitige Ablösung der Vorstandsfrau nach gerade mal einem Jahr im Amt bieten Unternehmenskenner zwei Erklärungen. Die erste: Hohmann-Dennhardt habe den Machtkampf gegen den Chefjuristen Manfred Döss verloren, der das Vertrauen der Eigentümer-Familien Porsche und Piëch besitzt und die Einigung mit den US-Justizbehörden ausgehandelt hat. Die zweite Erklärung: Die einstige Verfassungsrichterin wollte zu gründlich aufklären.

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