Sonntag, 9. Dezember 2018

Fünfjahresplan - 44 Milliarden für E-Mobility und autonomes Fahren VW investiert 30 Milliarden Euro in Elektroautos

Fertigung des E-Golfs in Wolfsburg: VW investiert bis 2023 30 Milliarden Euro in Elektromobilitäts-Projekte

Der Autobauer Volkswagen Börsen-Chart zeigen greift für den Wandel zum Anbieter von Elektroautos tiefer in die Tasche. In den nächsten fünf Jahren will der weltgrößte Autobauer 44 Milliarden Euro in die Elektromobilität, das autonome Fahren, Mobilitätsdienste und die Digitalisierung investieren. Das beschloss der Aufsichtsrat am Freitag.

Für den letzten fünfjährigen Planungszeitraum (2018 bis 2022) hatte VW noch ein Investitionsvolumen von 34 Milliarden Euro für diese Themen festgelegt. Die neue Summe entspreche nun etwa einem Drittel der für den Zeitraum geplanten Gesamtausgaben. "Wir nehmen uns vor, VW zur globalen Nummer eins in der E-Mobilität zu machen", sagte Konzernvorstand Herbert Diess in Wolfsburg. Rund 30 der insgesamt 44 Milliarden seien für Elektromobilitäts-Investitionen eingeplant, erklärte Diess auf Nachfrage.

Das Geld dafür will sich Volkswagen selbst erarbeiten - im Klartext durch milliardenschwere Sparprogramme bei mehreren Marken. In den nächsten zwei Jahren würden die Kosten für die selbst verursachte Diesel-Krise noch belasten. Dennoch hält der Konzern an seinem Ziel fest, jährlich einen Cashflow von mindestens zehn Milliarden Euro zu erzielen. "Die finanzielle Ausgangslage für den Konzern für die nächsten Jahre ist grundsolide und robust", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch.

Werke in Emden, Zwickau und Hannover sollen E-Autos produzieren

Die drei Werke Emden, Zwickau und Hannover sollen für die Produktion von E-Autos umgerüstet werden. In Zwickau hat dieser Umbau schon begonnen. Dadurch würden auch Arbeitsplätze verloren gehen, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Aber es sei ein Erfolg, dass E-Autos künftig überhaupt in Deutschland produziert würden.

Für den Bau eines Elektromotors braucht man weniger Mitarbeiter als für die Herstellung eins Verbrennungsmotors. Ab 2022 plant VW ein zusätzliches Werk in Osteuropa.

Beteiligung an Batteriezellenfertigung

Um für die Steigerung der Zahl an Elektroautos die nötige Menge an Energiespeichern zur Verfügung zu haben, denkt VW auch über eine eigene Beteiligung an einer Batteriezellenfertigung nach, wie Diess bestätigte. Bisher bezieht der Konzern seine Batteriezellen von den asiatischen Zulieferern LG Chem, Samsung und CATL, künftig auch von der südkoreanischen SK Innovation.

Doch auch die Bundesregierung befürchtet eine zu große Abhängigkeit der deutschen Autobauer von Asien in dieser Technologie - und will deshalb den Aufbau einer Batteriezellen-Produktion in Deutschland fördern.

SK habe sich gegenüber VW sehr offen gezeigt, gemeinsam in eine neue Art der Zellchemie zu investieren, erläuterte Diess. Allerdings werde der Bedarf für Batteriezellen so groß sein, dass VW auch für weitere Partnerschaften offen sei.

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