Montag, 11. Dezember 2017

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Absatz steigt nach Abgasskandal Das sind die Gründe für VWs erstaunliches US-Comeback

Flaggen vor einem VW-Händler in San Diego, Kalifornien

Als "Dieselgate" im September 2015 aufgedeckt wurde, schien Amerika für Volkswagen Börsen-Chart zeigen endgültig verloren. Die Wolfsburger steckten auf dem US-Markt ohnehin schon in der Krise, durch den Abgasskandal wirkte die Lage dann völlig hoffnungslos.

Gut zwei Jahre später keimt jedoch neue Hoffnung auf. Die Verkäufe in den USA steigen wieder - zuletzt sogar kräftig. "Dieses Land liebt es, eine zweite Chance zu geben", freut sich Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken. Etwas komplexer sind die Gründe allerdings schon.

"Die richtigen Autos zum richtigen Zeitpunkt" seien entscheidend dafür, dass VW in den USA wieder auf Wachstumskurs sei, meint Woebcken. Nachdem Analysten dem Unternehmen jahrelang eine verfehlte Produktpolitik vorwarfen, setzt die neueste Modelloffensive mit den SUVs Atlas und Tiguan auf familientaugliche Stadtgeländewagen.

Neben Pick-up-Trucks stehen solche Fahrzeuge in der Gunst der US-Kunden ganz oben. Man habe also endlich die richtigen Lösungen gefunden, versichert Woebcken: "VW verändert sich."

Noch ist es zu früh, um zu sagen, ob der Plan aufgehen wird - die Hoffnungsträger Atlas und Tiguan des Modelljahrgangs 2018 starteten gerade erst richtig in den Verkauf. Doch der Auftakt verlief schon einmal verheißungsvoll, wie die ersten Absatzzahlen zeigten.

Das liegt allerdings auch daran, dass mit kräftigen Kaufanreizen nachgeholfen wird. So wirbt Volkswagen in den USA nicht nur mit günstigen Preisen, sondern auch mit einem großzügigen Garantie-Angebot, von dem deutsche Kunden nur träumen können.

Für die meisten Neuwagen bietet VW in den USA inzwischen eine kostenlose Herstellergarantie auf eine Fahrleistung von umgerechnet über 115.000 Kilometern und einen Zeitraum von sechs Jahren. "Wir machen unsere Angebote sehr konkurrenzfähig", räumt Woebcken ein.

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