Freitag, 15. Dezember 2017

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Absatz steigt nach Abgasskandal Das sind die Gründe für VWs erstaunliches US-Comeback

Flaggen vor einem VW-Händler in San Diego, Kalifornien

2. Teil: So viel schlechter sind VW-Kunden in Deutschland bei der Garantie gestellt

Zum Vergleich: In Deutschland kann die zwei Jahre währende Garantie gegen Bezahlung auf fünf Jahre und maximal 150.000 Kilometer verlängert werden. Beim Tiguan etwa kostete das zuletzt 1725 Euro.

Ein Grund für die üppigen Anreize ist, dass VW sich bemüht, nach der Diesel-Misere das Vertrauen der US-Kunden zurückzugewinnen. Der Skandal um gefälschte Abgaswerte bei Hunderttausenden Autos wirkt sich in mehrfacher Hinsicht auf die Absatzentwicklung aus. So hatte die Abgas-Affäre die Verkaufszahlen zwischenzeitlich zweistellig einbrechen lassen - der Aufwärtstrend in diesem Jahr ist teils also auch den schwachen Vergleichswerten aus dem Vorjahr geschuldet.

Warum die Strafen Volkswagen sogar helfen

Zudem musste sich der Konzern gegenüber US-Sammelklägern zu hohen Entschädigungszahlungen und teuren Rückkäufen zahlreicher Dieselwagen mit Manipulations-Software verpflichten. Auch wenn VW diese Vergleiche mit Milliarden bezahlt, führen sie letztlich zu steigenden Verkaufszahlen bei Neuwagen. Denn ein erheblicher Anteil der Kunden, die ihre alten Autos zurückgeben, legt sich - nicht zuletzt dank attraktiver Sonderangebote - anschließend gleich einen neuen VW zu.

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Woebcken sieht große Wachstumschancen. Ende September versprach er den US-Händlern, das Unternehmen dauerhaft auf Erfolgskurs zu bringen. Sein Plan sieht vor, in absehbarer Zukunft jeweils zwei neue US-Modelle pro Jahr herauszubringen.

Der Nordamerika-Chef gibt sich kämpferisch: "Unser Ziel ist es nicht nur, im US-Markt mitzuspielen, sondern von einem Nischen-Akteur zu einer wirklich relevanten Massenmarke zu werden."

Auch wenn die Verkaufszahlen davon noch ein erhebliches Stück entfernt sind, sieht 2017 in den USA bislang nach einem guten Jahr für VW aus. Im September legte der Absatz im Vorjahresvergleich um über 33 Prozent auf 32 112 Neuwagen zu. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurde VW 9,6 Prozent mehr Autos bei US-Kunden los, während der Gesamtmarkt Einbußen verzeichnete.

Am Mittwoch sollen nun die Oktober-Ergebnisse veröffentlicht werden. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der positive Trend anhält.

Hannes Breustedt, dpa/nis

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