Mittwoch, 12. Dezember 2018

Studie der Arbeitsagentur, Volkswagen wagt Prognose E-Auto-Ära kostet 114.000 Jobs. Und VW verkündet Ende des Verbrennungsmotors

Elektroauto-Produktion im Volkswagen-Werk in Dresden: Volkswagen will im Verlauf der nächsten Jahre allein in den Ausbau der Elektromobilität und den Bau von Elektroautos 30 Milliarden Euro investieren

Die Entwicklung hin zum Elektroauto und weg vom Verbrennungsmotor wird Zehntausende Jobs in Deutschland kosten, rechnen Wissenschaftler erneut vor. Doch wann laufen letztmals Autos mit Verbrennungsmotor in Deutschland vom Band? Volkswagen wagt für den eigenen Konzern eine Prognose.

In Deutschland werden einer Studie zufolge durch die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren Zehntausende Jobs verschwinden. "Im Jahr 2035 werden knapp 114.000 Plätze aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkws verloren gegangen sein", sagt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung voraus.

Der Wirtschaft dürften bis dahin rund 20 Milliarden Euro verloren gehen, was rund 0,6 Prozent des realen Bruttoinlandsproduktes entspreche.

Im Fahrzeugbau direkt dürften 83.000 Arbeitsplätze wegfallen. "Andere Branchen geraten ebenfalls in Mitleidenschaft und müssen über 30.000 Stellen abbauen", erwarten die Forscher der Bundesagentur für Arbeit. Gleichzeitig dürften fast 16.000 neue Stellen geschaffen werden, etwa im Bauwesen, bei Stromversorgern oder in Teilen des Dienstleistungsbereiches und des Verarbeitenden Gewerbes.

"Von der Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden vor allem Fachkräfte negativ betroffen sein", heißt es in der Studie weiter. "Zeitverzögert sinkt auch der Bedarf nach Spezialisten- und Expertentätigkeiten. In der längeren Frist ergeben sich negative Effekte für alle Anforderungsniveaus."

Zunächst positive Effekte durch Entwicklung hin zum Elektroauto

In den kommenden Jahren dürfte die Umstellung auf E-Mobilität zunächst positive Folgen haben - etwa durch die notwendigen zusätzlichen Investitionen der Autobranche, die Bauausgaben in die Ladeinfrastruktur und die Neuausrüstung des Stromnetzes. Langfristig dominiere aber der steigende Importbedarf an Elektroautos und Traktionsbatterien. Gedämpft werde dieser negative Effekt dadurch, dass sich der Kraftstoffbedarf ändere - weg von ausländischem Mineralöl hin zu heimischem Strom.

Bereits im Mai dieses Jahres hatte die Gewerkschaft IG Metall vor dem Verlust von Zehntausenden Jobs in der deutschen Autoindustrie bis zum Jahr 2020 gewarnt. Seine These stützte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann seinerzeit auf eine zu jenem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichte Studie des Fraunhofer-Instituts IAO, wie viele Jobs hierzulande an Verbrennungsmotoren und Getrieben hängen und wie viele sich mit E-Motoren oder Batterien voraussichtlich ersetzen ließen (die Ergebnisse der Studie lesen Sie hier).

Für die europäische Autoindustrie insgesamt haben Experten sogar den Verlust von bis zu 270.000 Stellen vorausgesagt (siehe Bildergalerie).

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